1. Saarland

Begegnung mit dem Erstwähler

Begegnung mit dem Erstwähler

Dillingen. Die meisten der etwa 200 Oberstufen-Schüler des Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasiums (TWG) und Albert-Schweitzer-Gymnasium in Dillingen heben die Hand auf die Frage: Wer von euch will mal studieren? Da bekamen selbst die Politiker im Podium erstmal große Augen

. . . den Politikern ganz schön auf den Zahn.
Von r.: Georg Jungmann (CDU), Hubert Ulrich (Grüne), Christoph Hartmann (FDP), Reinhold Jost (SPD) und Dennis Bard (Linke).
Die TWG-Schüler Max Richter (rechts) und Stephan Spengler haben die Podiumsdiskussion organisiert. Fotos: Heike Theobald

Dillingen. Die meisten der etwa 200 Oberstufen-Schüler des Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasiums (TWG) und Albert-Schweitzer-Gymnasium in Dillingen heben die Hand auf die Frage: Wer von euch will mal studieren? Da bekamen selbst die Politiker im Podium erstmal große Augen. Kein Wunder, dass sich die Begegnung von Schülern, zum Großteil 2009 Erstwähler, und Landespolitiker an den Studiengebühren im Saarlands festbiss. TWG-Schüler Max Richter und Stephan Spengler hatten die Debatte organisiert - und hätten eigentlich viel mehr Themen auf Lager gehabt. So aber mussten sie gestern im TWG zur Studiengebühr Antwort geben: Georg Jungmann (CDU), Reinhold Jost (SPD), Christoph Hartmann (FDP), Hubert Ulrich (Grüne) und Dennis Bard (Linke). Bildung wird nach ihrer Einschätzung ohnehin ein Top-Thema im Wahlkampf. Jost und Ulrich: "Wir werden die Studiengebühren abschaffen", was die Schüler nicht so recht glauben mochten und belächelten. Auch Bard sprach sich dagegen aus. Zufrieden mit Jungmanns und Hartmanns Aussage mochten die Schüler auch nicht sein: für Studiengebühren, allerdings mit unterschiedlichen Auslegungen. Hartmann möchte eine Art Vorauszahlung von Studiengebühren vom Staat, Jungmann warb für den günstigen Kredit. Vergleiche über die Qualität von Universitäten mit und ohne Gebühren wurden gezogen. So begründete Bard überfüllte Hörsäle an der Uni Trier mit den "saarländischen Studiengebührenflüchtlingen". Jungmann hingegen sieht eine Qualitätsverbesserung der Saarländischen Universität durch die Gebühren. Zwar wollen die meisten der 200 Schüler, die zur Podiumsdiskussion kamen, studieren: die wenigsten jedoch würden für ein Studium ohne Gebühren das Saarland verlassen.