1. Saarland

Befristete Jobs: Arbeitgeber im Saarland warnen vor Abbau

Geplantes Gesetz der Bundesregierung : Saar-Verband warnt vor Abbau befristeter Jobs

Die Bundesregierung will Zeitverträge ohne Sachgrund per Gesetz begrenzen. Die Metall-Arbeitgeber im Saarland befürchten Schäden für die Wirtschaft.

Die Metall-Arbeitgeber im Saarland kritisieren Pläne der Bundesregierung, die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen einzuschränken. „Wenn die Möglichkeit wegfällt, Beschäftigung zeitlich zu befristen, geht den Unternehmen dringend benötigte Flexibilität verloren“, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie im Saarland. Befristete Beschäftigung sei ein wichtiges Instrument, um konjunkturelle Schwankungen abzufedern. Die Politik solle sich eher darauf konzentrieren, „die stark exportabhängige Saar-Wirtschaft für einen kommenden Abschwung zu stärken“.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, Befristungen ohne konkreten Sachgrund – wie etwa eine Schwangerschaftsvertretung – einzudämmen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant Medienberichten zufolge noch für diesen Herbst ein entsprechendes Gesetz. Es sieht unter anderem vor, dass Betriebe mit mehr als 75 Beschäftigten künftig nur noch mit maximal 2,5 Prozent der Belegschaft Zeitverträge abschließen dürfen. Anstelle wie bisher 24 Monate sollen diese außerdem nur noch 18 Monate lang erlaubt sein. Die Metall-Arbeitgeber befürchten, dass ein derartiger Abbau befristeter Jobs „schädlich für die Wirtschaft“ wäre. 

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im vergangenen Jahr 8,3 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland befristet beschäftigt. Mehr als die Hälfte – 1,8 von 3,2 Millionen – ohne Sachgrund. Die meisten Zeitverträge gibt es im öffentlichen Dienst: Dort betrifft es mit 9,5 Prozent fast jeden zehnten Arbeitnehmer. In der Privatwirtschaft sind es rund 7,1 Prozent, in der Metall- und Elektrobranche vier Prozent.

Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) unterstützt die Pläne ihres Parteikollegen Heil, diese Zahl befristeter Jobs zu senken. Auch wenn Befristungen etwa bei zeitlich begrenzen Projekten „ein legitimes Instrument“ seien, dürften Arbeitgeber Zeitverträge nicht „systematisch“ einsetzen, sagt die Ministerin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund im Saarland (DGB) lehnt die Position der Metall-Arbeitgeber rundweg ab und pocht stattdessen auf eine weitgehende Abschaffung der sachgrundlosen Befristung. Heils Pläne seien „längst überfällig“, schrieb der hiesige stellvertretende DGB-Chef Eugen Roth. Das Saarland brauche gerade für junge Menschen Perspektiven, sonst drohe es im „Standortwettbewerb weiter zurückzufallen“.

Daten des Statistischen Landesamts belegen, dass die Zahl der Zeitverträge im Saarland in den vergangenen fünf Jahren gesunken ist. Während 2013 noch 9,6 Prozent der Beschäftigten befristet angestellt waren, waren es im vergangenen Jahr 8,3 Prozent.