1. Saarland

„Beddsääscher“ mit „Schbegggriebscher“

„Beddsääscher“ mit „Schbegggriebscher“

Wenn sich im Frühjahr die ersten Blätter des Löwenzahns zeigen, zieht es die Saarländer hinaus ins Grüne, ob im Mercedes oder „óffem Wélloxepäärd“ (auf dem Fahrrad, von französisch vélocipède) oder „mimm Kinnerscheesje“ (mit dem Kinderwägelchen, von französisch chaise). Bewaffnet mit „Neilontuude unn Groddegiegser“ (Nylontüten und alten Küchenmessern) suchen ihre gebückten Gestalten den Boden nach „Beddsääscher“ (Bettseicher) ab.

Diese Pflanze verdankt ihren Namen ihrer harntreibenden Wirkung. Je nach Region wird sie auch "Beddpisseler" und "Beddschisser" genannt. In moselfränkischen Mundarten heißt sie "Pisaali" oder "Pissooli", von französisch pissenlit. Wir machen sie als Salat mit "Schbegggriebscher" (ausgelassenen Speckwürfelchen) an und zerdrücken "fier de Guddschmagg" noch eine "Gwellgrumbier" (Pellkartoffel) darunter.

Mundart-Expertin Edith Braun erläutert für die SZ typisch saarländische Redewendungen. Sie publizierte bereits zahlreiche Bücher in Mundart und Schriftdeutsch.