1. Saarland

Bedarf an altersgerechtem Wohnraum ermittelt

Bedarf an altersgerechtem Wohnraum ermittelt

St. Wendel. "Senioren haben im Landkreis St. Wendel schlechte Chancen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden", das behauptet eine Untersuchung des Pestel-Institutes zur "Wohnsituation im Alter". Das Institut hat diese im Auftrag der Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der IG Bau durchgeführt

St. Wendel. "Senioren haben im Landkreis St. Wendel schlechte Chancen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden", das behauptet eine Untersuchung des Pestel-Institutes zur "Wohnsituation im Alter". Das Institut hat diese im Auftrag der Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der IG Bau durchgeführt.Das Ergebnis: Bereits in 15 Jahren würden im Landkreis St. Wendel 2310 altengerechte Wohnungen benötigt. Die vom Pestel-Institut durchgeführte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass es im Landkreis St. Wendel einen enormen Bedarf an seniorengerechten Wohnungen gibt. Das bedeute neben dem Sanieren für Senioren auch den Neubau von altengerechten Wohnungen. Denn ein Teil der Altbausubstanz lasse sich nicht mehr wirtschaftlich barrierearm umbauen.

Das Pestel-Institut hat nach einer Pressemitteilung errechnet, dass es 2025 im Landkreis St. Wendel rund 18 Prozent mehr Haushalte mit einem Über-70-Jährigen geben wird als heute. Wenn man davon ausgehe, dass nur jeder Fünfte der dann 11 550 Senioren-Haushalte auf eine Wohnung ohne Barrieren angewiesen sei, müsse dringend saniert und neu gebaut werden, mit Türen, durch die ein Rollator oder Rollstuhl passe und mit schwellenfreien Duschen.

Neben der Schaffung von altengerechtem Wohnraum sieht das Pestel-Institut im Landkreis St. Wendel auch einen erheblichen Nachholbedarf bei der energetischen Gebäudesanierung. So weist die Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau", zu der sich die Verbände der Bauwirtschaft und die Gewerkschaft zusammengeschlossen haben, auf einen hohen Anteil älterer Bausubstanz im Landkreis St. Wendel hin. Rund 30 Prozent aller Wohngebäude seien Nachkriegsbauten, die bis Ende der 60er-Jahre errichtet wurden. "Es ist eine Mammutaufgabe, diese Bausubstanz zu sanieren. Hier stecken aber erhebliche Reserven, die Hausbesitzer und Wohnungseigentümer nutzen können, um Energie einzusparen", sagt Matthias Günther.

Die Situation in Städten und Landkreisen zeige, dass Förderprogramme wie das der staatlichen KfW-Bank zur CO2-Gebäudesanierung notwendig seien.

"Ältere Menschen sollten möglichst lange die Chance haben, in ihrem Zuhause zu bleiben", sagt Landrat Udo Recktenwald zu diesem Thema auf SZ-Anfrage. Die vom Pestel-Institut durchgeführte Untersuchung der Wohnsituation im Alter stütze sich auf Bevölkerungsmodellrechnungen. Laut dem Statistischen Landesamt werden im Landkreis St. Wendel 2020 vermutlich 21 400 Menschen älter als 65 Jahre sein.

Der Landkreis St. Wendel habe seit Dezember 2008 das Landesprogramm "Wohnen im Alter" bis zum Antragsstop im Juni dieses Jahres aktiv unterstützt. Ziel war es, älteren Menschen einen Anreiz für die seniorengerechte Umgestaltung ihrer Wohnungen zu geben. Mehr als 500 Beratungsscheine habe die Wohnberatungsstelle des Landkreises ausgestellt. In jeder Gemeinde und der Kreisstadt habe man Informationsveranstaltungen durchgeführt. Dabei habe man erfahren, dass viele junge Senioren bei Renovierungen ihre Wohnung barrierefrei umgestalten wollen. Recktenwald weist zudem darauf hin, dass es zinsverbilligte Darlehen von der saarländischen Wohnraumförderung und der Kfw-Bankengruppe gibt. Für altersgerechtes Umbauen gewähre die Kfw-Bankengruppe auch einen Investitionszuschuss. Nähere Informationen gebe es bei den Hausbanken. red