1. Saarland

Baum darf vorerst bleiben

Baum darf vorerst bleiben

Gisingen. Gekappt, aber nicht gefällt wurde am Freitag vergangener Woche die Trauerweide nahe dem Gisinger Ortseingang. Heruntergeschnitten bis auf ihren dreigabeligen Stamm steht sie nun neben dem Wegekreuz aus Sandstein.Angeseilt und mit Kettensäge kletterte Uwe Pitz durch die Krone des Baumes. Der Fachmann für Baumpflege entfernte die peitschenartigen Zweige und dicken Aststücke

Gisingen. Gekappt, aber nicht gefällt wurde am Freitag vergangener Woche die Trauerweide nahe dem Gisinger Ortseingang. Heruntergeschnitten bis auf ihren dreigabeligen Stamm steht sie nun neben dem Wegekreuz aus Sandstein.Angeseilt und mit Kettensäge kletterte Uwe Pitz durch die Krone des Baumes. Der Fachmann für Baumpflege entfernte die peitschenartigen Zweige und dicken Aststücke. Das entlastet nun den weitgehend frei stehenden Baum vom Winddruck.

Eigentlich war die komplette Fällung des Baumes vorgesehen, da ein Gutachten Höhlungen, Fäule und ein Wurzelhalsschaden festgestellt hatte (wir berichteten).

Gutachten empfahl Rückschnitt

Damit sei die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, lautete das Fazit. Ein anderes Gutachten empfahl den radikalen Rückschnitt und holte nun noch ein paar Jahre für die mächtige Weide heraus. "Die wird im nächsten Frühjahr kräftig ausschlagen", wusste Pitz. Doch das sei kein Zeichen von Vitalität, sondern ein Notwuchs als Reaktion auf den massiven Eingriff. Deshalb hätten die neuen Zweige auch nicht den stabilen Halt am Stamm, den es bei normalem Wuchs gebe.

Außerdem wiesen Trauerweiden eine sehr schlechte Wundheilung auf. Allein deshalb müsse der Baum weiterhin im Auge behalten werden. Rund 1000 Euro habe die jetzige Kappung gekostet, war von der Wallerfanger Verwaltung zu erfahren. Pro Jahr kämen wohl Kosten von an die 200 Euro hinzu. Kontrollen seien notwendig, zudem ein weiterer Rückschnitt in ein bis zwei Jahren.

Fünf bis zehn Jahre könnte der radikale Rückschnitt dem Baum vielleicht noch bringen, doch letztlich müsse er gefällt werden.

Meinungen gingen auseinander

 Baumpfleger Uwe Pitz kappt die Trauerweide nahe dem Gisinger Ortseingang und reduziert damit die Windlast. Foto: Bodwing
Baumpfleger Uwe Pitz kappt die Trauerweide nahe dem Gisinger Ortseingang und reduziert damit die Windlast. Foto: Bodwing

Sinnvoller hätte die Verwaltung es gefunden, die Trauerweide gleich zu fällen. Das Geld für die jetzige Kappung plus die weiteren jährlichen Ausgaben hätten zusätzlich in eine Neuanpflanzung fließen können. Dann stünde in fünf bis zehn Jahren ein stattlicher Baum neben dem Wegekreuz. So gebe es dann erst einmal die Fällung plus Neupflanzung.