Bauer Ziegler bangt um die Ernte Felder und Wiesen liefern dieses Jahr weniger Ertrag als üblich

Bauer Ziegler bangt um die Ernte Felder und Wiesen liefern dieses Jahr weniger Ertrag als üblich

Hirtel. Seit Anfang des Jahres gab es nur vereinzelte Regenschauer, die aber nicht ausreichen, um ein normales Getreide-Wachstum zu garantieren. Kalte Nacht- und warme Tagestemperaturen ließen die Sorgenfalten der Bauern noch tiefer werden. Die SZ sprach mit Bauer Andreas Ziegler aus Hirtel über die Situation der Landwirtschaft im Köllertal

Hirtel. Seit Anfang des Jahres gab es nur vereinzelte Regenschauer, die aber nicht ausreichen, um ein normales Getreide-Wachstum zu garantieren. Kalte Nacht- und warme Tagestemperaturen ließen die Sorgenfalten der Bauern noch tiefer werden. Die SZ sprach mit Bauer Andreas Ziegler aus Hirtel über die Situation der Landwirtschaft im Köllertal. Der Landwirtschaftsmeister führt einen Mischbetrieb mit Ackerbau, Mutterkuhhaltung und Bullenmast. Er bearbeitet 60 Hektar Ackerfläche und 47 Hektar Grünland, hat 120 Rinder in seinem Stall stehen. Zusätzlich arbeitet er mit seinem modernen Vierkreiselschwader auch noch für andere Bauern im Land. Ziegler kann also die zu erwarteten Folgen der "schlimmsten Trockenheit seit Jahrzehnten" nicht nur lokaler Sicht beurteilen.Er berichtet: "Der kalte Winter hat dem Raps und dem übrigen Getreide weniger geschadet, da der viele Schnee die Getreidepflänzchen vor Frostschäden weitgehend bewahrt hat. Für punktuelle Ausfälle sorgten aber die Wechselfröste im März. Die nächtlichen Minusgrade und die ziemlich hohen Pluswerte am Tag sorgten für Bewegung im Boden und damit auch für ein Reißen der Wurzeln."

Mehr Sorgen bereiten dem Landwirt die Auswirkungen der Trockenheit, die schon seit Januar anhält und den Boden ausgedörrt hat. Nach Zieglers Einschätzung werden die beiden negativen Faktoren - der anhaltende Wassermangel und die Kälte im März und April - die Erträge bei Getreide vermindern. Einbußen bei der Silage werde es nur auf den Grasflächen geben, die zu spät gedüngt worden seien, meint der Mann, der zurzeit mit seinem Schwader im ganzen Saarland den ersten Grünschnitt des Jahres bearbeitet. Schwaden bedeutet: Erntegut zu gleichmäßigen "Schwaden" zusammenfassen.

Beim Raps, so berichtet Ziegler weiter, habe er schon abgestoßene Schoten entdeckt. Beim Weizen, bei der Triticale und der Gerste fielen verdorrte Blätter auf. Dies seien Anzeichen dafür, dass die Pflanzen unter Wassermangel litten. Über die Auswirkungen der Trockenheit kann er sich noch nicht äußern. Er wagt lediglich die Prognose: "Wenn in den nächsten Tagen kein Regen kommt, kann es zu größeren Ernteausfällen kommen. Deshalb wäre ein schöner ausgiebiger Landregen ein Segen für den Bauern und sein Getreide." aki

Regionalverband. Derzeit mähen die Bauern Grünland, um den Schnitt in Silos als Futter zu lagern. Der Ertrag liegt nach Auskunft der Saarländischen Landwirtschaftskammer in Lebach um bis zu 50 Prozent unter dem der Vorjahre. Was aus dem Getreide wird, lässt sich nur ahnen; verlässliche Schätzungen über Einbußen gibt es nicht. Laien erkennen oft gar nicht, wo sich Ertragseinbrüche abzeichnen; für den unkundigen Blick sind die Kulturlandschaften "schön grün". Bei kundigem Hinsehen werden aber dunkle und abgefallene Blättchen offenbar. Die Pflanzen reagieren auf den Wasserentzug sozusagen klug, indem sie das Wachstum verlangsamen.

Warum Felder nicht gewässert werden? Was etwa beim Gemüseanbau in Lisdorf oder auf dem Kartoffelacker praktiziert wird, wäre für Getreide nicht rentabel. Weder gibt es die technischen Möglichkeiten für großflächige Bewässerung, noch steht überall das benötigte Wasser zur Verfügung, schließlich darf der Bauer nicht einfach Wasser aus Bächen oder Brunnen entnehmen. Düngen helfe auch nicht, weil ja auch den Düngemitteln das Wasser fehle, um in den Boden zu gelangen, erklärt Franz-Josef Schmidt von der Landwirtschaftskammer.

Fazit: Unsere Felder und Wiesen werden in diesem Sommer wohl deutlich weniger liefern als üblich. wp

Auf einen Blick

Vollerwerbslandwirte gibt es in Völklingen und im Warndt nicht mehr, anders als im Köllertal. Jedoch werden in der Region immer noch zahlreiche Raps- oder Getreidefelder und auch Wiesen bewirtschaftet, entweder in Pacht oder im Nebenerwerb. red