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Barriere auf dem Weg zu neuen Wegen in die Medizin

Barriere auf dem Weg zu neuen Wegen in die Medizin

Saarlouis. Das hörte sich interessant an: Die MS Wissenschaft, ein umgebautes Binnenfrachtschiff liegt in Saarlouis vor Anker. An Bord ist eine Ausstellung zu sehen - "Neue Wege der Medizin" (wir berichteten). Das wollte sich auch Bernhard Ruppenthal aus Saarlouis nicht entgehen lassen und machte sich deshalb mit Begleitung auf den Weg zum Schiff

Saarlouis. Das hörte sich interessant an: Die MS Wissenschaft, ein umgebautes Binnenfrachtschiff liegt in Saarlouis vor Anker. An Bord ist eine Ausstellung zu sehen - "Neue Wege der Medizin" (wir berichteten). Das wollte sich auch Bernhard Ruppenthal aus Saarlouis nicht entgehen lassen und machte sich deshalb mit Begleitung auf den Weg zum Schiff.Am Anleger erwartete ihn jedoch eine Enttäuschung, Ruppenthal konnte die Ausstellung nicht ohne Weiteres erreichen. Der 62-Jährige sitzt im Rollstuhl. Damit könnte er zwar durch die Ausstellung fahren, doch der Weg dorthin führt über eine steile Treppe.

"Man hat mir gesagt, einen Lift gebe das Budget nicht her. Aber man würde mich rauf und runter tragen", berichtet Ruppenthal der SZ. "Mit dem Tragen habe ich aber schon schlechte Erfahrungen gemacht, und zu Recht schimpfen andere Rollstuhl-Fahrer mit mir, wenn ich mich zum Beispiel ins Theater am Ring tragen lasse. Das ist nämlich nicht die Lösung." Barrierefreiheit, da sind sich die Verbände und die Menschen mit Behinderungen einig, heißt ebenerdig im Rollstuhl befahrbar. Das sollte vor allem in öffentlichen Räumen gelten. Ruppenthal verzichtete.

"Wissenschaft im Dialog" (WiD) schickt das Schiff auf die Reise. WiD-Geschäftsführer Herbert Münder bedauert, das Ruppenthal sich nicht tragen lassen wollte. Das werde zumeist akzeptiert. Projektleiterin Beate Langholz bestätigt dies. Sie fände es auch besser, wenn unabhängig von der Art der Anleger die MS Wissenschaft barrierefrei erreichbar wäre. "Ein Lift ist aber sehr teuer, und der Ein- und Ausbau wäre sehr aufwendig. Für die vier Monate, in denen wir mit der MS Wissenschaft unterwegs sind, lässt sich das nicht machen."