1. Saarland

"Barbara-Hymne" zum Auftakt

"Barbara-Hymne" zum Auftakt

Spiesen-Elversberg. Nach wie vor steht der Saarknappenchor für hohe Sangeskunst, auch wenn man im Vorraum der katholischen Kirche in Elversberg plakativ um neue Ensemble-Mitglieder warb. Dies wurde am Sonntag bei einem Benefizkonzert in dem voll besetzen Gotteshaus vor über 400 Zuhörern eindrucksvoll unter Beweis gestellt

Spiesen-Elversberg. Nach wie vor steht der Saarknappenchor für hohe Sangeskunst, auch wenn man im Vorraum der katholischen Kirche in Elversberg plakativ um neue Ensemble-Mitglieder warb. Dies wurde am Sonntag bei einem Benefizkonzert in dem voll besetzen Gotteshaus vor über 400 Zuhörern eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bestätigung fand auch, dass der Chor, wie Moderator Gerd Düpré feststellte, einer der besten in Deutschland, ja vielleicht sogar in der Welt, sei.Denn dargeboten wurden von Dirigent Joachim Oehm und den 30 Sängern der Jahreszeit geschuldete Weisen und natürlich auch Kompositionen, die verknüpft sind mit dem vor einigen Monaten ausgelaufenen Saar-Bergbau. Der hatte 250 Jahre lang das Leben vieler Saarländer mit bestimmt. Vom Kirchenportal her begaben sich die Knappen, Martin Bergers "Barbara-Hymne" singend, in den Altarraum. Sicherlich überraschend die Tatsache, dass Franz Schubert von seinen über 600 Liedern auch eines den Bergleuten gewidmet hatte, das Bergknappenlied, "Hinab, Ihr Brüder, in den Schacht. Es ist ein Gott, der für uns wacht." Auch ein Beweis dafür, dass der Bergbau im mitteleuropäischen Kulturkreis über Jahrhunderte die Menschen bewegt hat. Gioachino Rossinis "Chant Funèbre", ein Trauergesang auf den Tod Christi und eine mit vielen schwierigen Passagen gespickte Komposition, verlangte dem Chor Höchstleistungen ab. "Signore Delle Cime - Herr der Berge", übernommen von den Trientiner Bergsteigerchören, folgte auch als Kontrast für die Sangeskunst des Chores stehende Wiedergabe der Spirituals "Swing Low, Sweet Chariot" und "Let Us Break Bread - Lasst uns zusammen Brot brechen, den Wein trinken, Gott preisen", und "O St. Barbara" von Peter Marx.

Wie der Moderator feststellte, folgen die Konzertprogramme des Saarknappenchores einer inneren Logik. Das Konzert in Elversberg stand im Kontext der christlichen Gedenktage Allerheiligen, Allerseelen und des Totensonntags. Felix Mendelssohn-Bartholdys "Beati Mortui" und das "Ave Maria" des estländischen Komponisten Jaakko Mäntyjärvi gaben Einblick in die Bandbreite dessen, was dieses Ensemble zu leisten vermag. Mit einem Dirigenten Joachim Oehm, der in einem prächtigen Gotteshaus, dem ebenbürtig, großartigen Chorgesang ermöglichte, und auch mit einer Inszenierung, bei der zwei Sänger auf die Kanzel stiegen und der Rest des Chores geteilt an den Seitenwänden vor dem Altarraum eingestimmt wurde. rp