Bangen um Vermisste nach Wohnhausbrand in Neunkirchen

Unglück in Neunkirchen : Bangen um Vermisste nach Wohnhausbrand

Am einsturzgefährdeten Unglücksort in Neunkirchen war bereits eine Leiche entdeckt worden. Der Verbleib von zwei weiteren Bewohnern ist unklar.

Die Ungewissheit bleibt auch am Montag, dem Tag nach dem verheerenden Brand in der Neunkircher Wellesweilerstraße, bestehen: Wie viele Todesopfer hat das Feuer in dem mehrgeschossigen Wohnhaus in der Innenstadt gefordert? Es war am frühen Sonntagmorgen gegen 5 Uhr ausgebrochen. Eine Leiche haben die Feuerwehrleute im Dachgeschoss am Sonntagnachmittag zwischen den Trümmern entdeckt. Dahin war man mit der Drehleiter gelangt. Dem Augenschein nach handelt es sich bei dem Toten um einen Erwachsenen, den die Helfer wegen Einsturzgefahr der Geschossdecken aber zunächst nicht bergen konnten. Drei Menschen – eine Familie bestehend aus einem 50-Jährigen Mann, einer 33 Jahre alten Frau und einem vierjährigen Kind – sind an der Adresse gemeldet. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt, die Sorge, dass sie ums Leben gekommen sind, ist groß.

Das Landespolizeipräsidium erklärte gestern am Mittag, das Bergen des Opfers habe Priorität vor der Ursachenforschung. Eine Polizeisprecherin widersprach Vermutungen, wonach Ermittler einen defekten Wäschetrockner im Keller als Ursache der Katastrophe ausgemacht hätten. „Die Brandursache steht definitiv nicht fest“, so die Polizeisprecherin. Am Nachmittag hieß es dann, die Leiche werde geborgen von Experten der Landespolizei. Doch vor Ort sah das anders aus. Es sei noch nicht absehbar, wann jemand ins Gebäude könne, teilte die Feuerwehr mit. Auch wann die Suche nach möglichen weiteren Opfern beginnt, sei noch ungewiss.

Am Montagvormittag baute das Technische Hilfswerk (THW) Gerüsttürme vor und hinter dem ausgebrannten Gebäude auf. Über sie sollen die Helfer direkt an die Fenster der einzelnen Etagen gelangen. Der kommunale Energieversorger KEW hatte am Morgen bereits die Straße aufgerissen und die Leitungen für Gas, Wasser, Strom unterbrochen, erläuterte der Neunkircher Wehrsprecher Christopher Benkert.

Feuerwehrleute versuchten gestern über eine Drehleiter Zugang zu dem einsturzgefährdeten und völlig ausgebrannten Haus zu erlangen. Foto: Michael Kipp

Die Feuerwehr ist auch 30 Stunden nach dem Ausbruch des Brandes dabei, Glutnester im zerstörten Dach abzulöschen. Es qualmt aus den Gaubenfenstern und an den beiden Kaminen. Nach Angaben der Feuerwehr soll ein Abbruch-Unternehmen demnächst damit beginnen, Trümmer und Schutt abzutragen. Außerdem teilte die Feuerwehr mit, dass das hölzerne Treppenhaus und die offenbar mehrfach abgehängten Decken eine Art Sogwirkung bei dem Brand entwickelt hätten, quasi einen Kamineffekt. Die Wehren aus Neunkirchen und Ottweiler retteten insgesamt fünf Menschen aus den oberen Geschossen. Wie viele Todesopfer es gibt – das bleibt die schreckliche Frage.

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