1. Saarland

Bald ist Schluss mit dem Gestank

Bald ist Schluss mit dem Gestank

Fischbach. In einem dicken Schwall schießt die graue stinkige Brühe unterhalb der Brücke am Anfang der Quierschieder Straße in Fischbach in den Bach. Es riecht penetrant nach faulen Eiern. Und früh am Morgen hängen oft sogar graue Nebelfetzen, die vom Bach hochsteigen, über der Brücke. "Ich sehe das immer, wenn ich morgens die Kinder zur Schule begleite", sagt Gernot Abrahams

Fischbach. In einem dicken Schwall schießt die graue stinkige Brühe unterhalb der Brücke am Anfang der Quierschieder Straße in Fischbach in den Bach. Es riecht penetrant nach faulen Eiern.

Und früh am Morgen hängen oft sogar graue Nebelfetzen, die vom Bach hochsteigen, über der Brücke. "Ich sehe das immer, wenn ich morgens die Kinder zur Schule begleite", sagt Gernot Abrahams. Der Fischbacher, der für die Freien Wähler im Quierschieder Gemeinderat sitzt, bekommt auch die Geruchsbelästigungen hautnah mit. Er wohnt in der Rußhütter Straße. Direkt hinter seinem Haus fließt der Fischbach vorbei. Schon seit Wochen, so sagt er, werde wieder Grubenwasser von der ehemaligen Tagesanlage Camphausen in den Fischbach eingeleitet. Viele Bürger würden sich über die Belästigungen beschweren.

In der ehemaligen Grube Camphausen befindet sich noch die Wasserhaltung der Deutschen Steinkohle (RAG). Sie kontrolliert den untertägigen Anstieg des Grubenwassers. Erreicht der Pegel ein bestimmtes Niveau, wird Grubenwasser über einen Zeitraum von mehreren Wochen in den Fischbach abgepumpt, um den Wasserstand wieder abzusenken. Danach erfolgt ein Stopp der Pumpen, bis der Wasserspiegel wieder auf ein bestimmtes Niveau angestiegen ist.

Das passiert drei bis vier Mal pro Jahr. In der Vergangenheit gab es bereits öfter Beschwerden über diese Einleitungen. Abrahams: "Auch wir haben die Gemeinde immer wieder auf die Problematik hingewiesen." Nach Angaben der Quierschieder Bürgermeisterin Karin Lawall gab es vor wenigen Tagen ein Gespräch mit Vertretern der RAG. Sie erklärt: "Dabei haben sie uns zugesichert, dass in den nächsten Wochen nun endlich der bereits für das vergangene Jahr zugesagte Bau einer so genannten Wasserstoffperoxid-Dosieranlage (Investitionssumme zwischen 150 000 und 180 000 Euro) beginnt." Mit dieser Anlage, so Lawall, werde der Geruch durch den im Grubenwasser gelösten Schwefelwasserstoff deutlich reduziert. Allerdings werde die Eintrübung des Grubenwassers dadurch verstärkt. Diese Trübung werde sich jedoch im weiteren Verlauf durch die Vermischung mit dem Wasser des Fischbachs relativ schnell wieder verflüchtigen. Zudem soll die Einleitung künftig durch eine Verlegung des Rohres unterhalb des Wasserspiegels erfolgen. Dadurch werde die Vernebelung stark reduziert.

Die Einleitung des Grubenwassers sei vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) genehmigt, betont Lawall und erklärt: "Das Grubenwasser beeinträchtigt nicht die Gewässer-Ökologie im Fischbach." Dies werde auch vom LUA sowie dem Bergamt Saarbrücken bestätigt. Zudem würden regelmäßig Proben gezogen und untersucht. Nach Angaben der Bürgermeisterin werden pro Jahr etwa 1,7 Millionen Kubikmeter Grubenwasser in den Fischbach eingeleitet.