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Bald gibt's in Freisen fünf Flächen für Windräder

Bald gibt's in Freisen fünf Flächen für Windräder

Freisen. Mit dem Thema Windenergie kennt man sich aus in der Gemeinde Freisen. Bereits 1995 ist auf der Freisener Höhe der erste Windpark entstanden. "Wir waren eine Vorreiter-Kommune in Sachen Windenergie", sagt Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD). Die Akzeptanz dieser Stromerzeugung sei groß, vor allem auch, weil man die Bürger frühzeitig mit ins Boot genommen habe

Freisen. Mit dem Thema Windenergie kennt man sich aus in der Gemeinde Freisen. Bereits 1995 ist auf der Freisener Höhe der erste Windpark entstanden. "Wir waren eine Vorreiter-Kommune in Sachen Windenergie", sagt Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD). Die Akzeptanz dieser Stromerzeugung sei groß, vor allem auch, weil man die Bürger frühzeitig mit ins Boot genommen habe.Aktuell können sich die Bürger der Gemeinde über Veränderungen in Sachen Windkraftanlagen in der Gemeinde informieren. Während seiner Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig die Offenlegung des geänderten Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Windkraftzonen beschlossen (wir berichteten). Die Möglichkeit, Einsicht in den Flächennutzungsplan zu nehmen, werde in Freisen rege genutzt. Es kämen diejenigen Bürger, deren Grundstücke betroffen sind, und solche, die sich generell für das Thema interessieren.

Da es bei der Ausweisung von Windkraftzonen einiges zu beachten gibt, hat sich die Gemeinde professionelle Unterstützung geholt: die Firma Argus-Concept aus Saarbrücken. Die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans für Windkraftanlagen war nötig geworden, da die Landesregierung 2011 die zuvor ausgewiesenen Vorranggebiete für Windkraft aufgehoben hat. Für Bürgermeister Scheer ein Schritt, der die Gemeinden unnötig Geld kostet. Denn um einen Wildwuchs beim Bau von Windanlagen zu verhindern, müsse jetzt gehandelt werden.

Derzeit gibt es in der Gemeinde Freisen vier Flächen mit Windkraftanlagen: am Stauderwald südöstlich von Schwarzerden, auf der Freisener Höhe, im Bereich Einell/Letzebösch nördlich von Eitzweiler und am Steinhügel westlich von Haupersweiler. Im größten Windpark auf der Freisener Höhe werden gerade im Zuge eines so genannten Repowerings neue, größere Windräder aufgebaut. "Diese bringen das Zweineinhalbfache an Ertrag", sagt Scheer. Sobald die leistungsfähigeren Windräder stehen, werden die kleineren Anlagen abgebaut, so dass am Ende nur noch sechs Windräder ihre Arbeit verrichten (statt wie bislang zwölf). Danach sind in der Gemeinde Freisen insgesamt 17 Anlagen in Betrieb.

Im neuen Flächennutzungsplan hat sich die Gemeinde Freisen darauf konzentriert, bereits bestehende Windparks zu erweitern. Die einzig neu ausgewiesene Fläche für Windräder ist im Bereich Rothsberg/Mühlenberg. Dort könnten auf einer Fläche von 108 Hektar in Zukunft Windanlagen entstehen. Allerdings befindet sich die Konzentrationsfläche in einem Landschaftsschutzgebiet, so dass erst einmal eine Ausnahme von der Landschaftsschutz-Verordnung beantragt werden müsse.

Der Windpark auf der Freisener Höhe wird um 39 Hektar auf 112 Hektar vergrößert. Die neuen Flächen sind im Norden und nordwestlich der Autobahn. Auch hier muss eine Befreiung von der Landschaftsschutz-Verordnung beantragt werden. Ebenso bei der Erweiterung der Konzentrationsfläche im Bereich Einell/Letzebösch. Hier kommen zu den bereits bestehenden 25 Hektar 43 Hektar im Osten hinzu. Bislang sind hier vier Windkraftanlagen in Betrieb. Am Stauderwald, wo zurzeit zwei Windräder ihre Arbeit verrichten, könnten durch die Flächenvergrößerung um 33 Hektar bis zu zwei weitere Windräder gebaut werden. Der Windpark am Steinhügel soll um 13 Hektar erweitert werden. Hier stehen bereits sechs Windkraftanlagen. Es besteht das Potenzial für bis zu zwei weitere Anlagen. Doch müsse hier zunächst sichergestellt werden, dass die Lärmschutzgrenzen eingehalten werden.

Nach derzeitigem Planungsstand stünden der Gemeinde Freisen künftig fünf Vorranggebiete für Windkraftanlagen mit einer Fläche von 420 Hektar zur Verfügung. Dies entspricht laut Bürgermeister Scheer 8,7 Prozent der Gemeindefläche. "Es war unser Hauptanliegen, gewisse Flächen auszuklammern", sagt Scheer. So blieben das Naturschutzgebiet Weiselberg und der Füsselberg von Windrädern unberührt. Ansonsten bleibe den Gemeinden nicht so viel Spielraum, man müsse im Sinn des Gesetzes handeln.

Auf einen Blick

Der Bau von Windrädern im Außenbereich ist in Deutschland privilegiert. Das ist im Bundesbaugesetz, das entsprechende baurechtliche Rahmenbedingungen liefert, so festgeschrieben. Eingeschränkt wird dieses privilegierte Baurecht für Windräder lediglich durch das Emissionsschutzgesetz. Dieses schützt beispielsweise den Lebensraum bestimmter Tierarten oder den Menschen vor zu viel Lärm. evy