1. Saarland

Bahnlog haust belasteten Schotter ein

Bahnlog haust belasteten Schotter ein

Altstadt. Seit einigen Monaten hat die Firma Bahnlog, die auf einem 60 Hektar großen Gelände zwischen Altstadt und Homburg tätig ist, weiße Zeltbauten errichtet, in denen Bahnschotter gelagert wird, der schadstoffbelastet ist. Diese Vorrichtung gehört zu den Auflagen, die die Firma erfüllen muss

Altstadt. Seit einigen Monaten hat die Firma Bahnlog, die auf einem 60 Hektar großen Gelände zwischen Altstadt und Homburg tätig ist, weiße Zeltbauten errichtet, in denen Bahnschotter gelagert wird, der schadstoffbelastet ist. Diese Vorrichtung gehört zu den Auflagen, die die Firma erfüllen muss. "Die Auflage erging an uns im Dezember 2010, einige Wochen später standen die Zelte da", betont Jörg-Michael Fries, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma, die ihren Sitz am Güterbahnhof in St. Ingbert hat.Zuvor habe es bei Bahnlog Probleme mit den Zuständigkeiten gegeben, weil dieses Gelände, das seit 1911 der Bahn gehört, zuvor dem Eisenbahnbundesamt unterstand und von der DB-Netz genutzt wurde. Nun ist Fries alleiniger Besitzer und Betreiber der Firma Bahnlog und hat als Ansprechpartner für Umweltbelange das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) in Saarbrücken. "Damit ist auch für mich Rechtssicherheit geschaffen", betont Fries.

Das LUA hat ein so genanntes Optimierungskonzept entwickelt, anhand dessen Arbeits- Lärm- oder Emissionsschutz geregelt werden. In der Vergangenheit gab es häufig Proteste von Anwohnern gegen die Firma Bahnlog, es hatte sich sogar eine Bürger-Initiative mit Namen "Bibaz" gegründet, die aus Bewohnern aus Altstadt und Lappentascher Hof besteht.

Die Hauptaufgabe des 120-Mann-Betriebes besteht darin, alten Bahnschotter und Bahnschwellen wiederaufzubereiten.

Da zu dem Gelände, das seit 100 Jahren als Gleisbauhof dient, noch mehrere Kilometer Schiene gehören, die eine Direktverbindung zum Homburger Bahnhof garantieren, wird der größte Teil des Lieferverkehrs über die Gleise abgewickelt. Die Tonnen mit dem Bahnschotter kommen an, werden vor Ort ein zweites Mal auf Schadstoffe geprüft und dann gesiebt. Die belasteten Schottersteine werden in den neuen Hallen gelagert, der restliche Schotter wird neu geprellt, der abfallende Splitt wandert in den Straßenbau, die neubearbeiteten Steine kommen wieder auf die Gleise und die belasteten Teile auf eine Spezialdeponie. "80 Prozent des Schotters wird wiederverwendet", betont Fries.

Bei den alten Bahnschwellen wir der Beton ebenfalls wiederverwertet, die Holzschwellen werden, sofern sie nicht noch auf Nebenstrecken Verwendung finden, in einer Biogasanlage bei Mannheim verbrannt. Seit zwei Jahren kümmert sich auch der Feldbiologe Christoph Bernd um das große Bahnlog-Gelände. Er legt Tümpel für Amphibien an und sorgt dafür, dass der Wald nicht Überhand nimmt, denn nur offene Steinflächen böten Lebensräume für Eidechsen. Auch die seltene Gelbbauchunke soll gesichtet worden sein. maa