1. Saarland

Bäume müssen für "neue" Promenade weichen

Bäume müssen für "neue" Promenade weichen

St. Johann. Es sieht schlecht aus für die Bäume an der unteren Berliner Promenade. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Denn zunächst müssten die Bäume sehr unter den Baumaßnahmen leiden, später bekommen sie kein Wasser mehr von der Saar. Zudem wollen viele Mitglieder des Bauausschusses nur die wenigsten Bäume schützen

St. Johann. Es sieht schlecht aus für die Bäume an der unteren Berliner Promenade. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Denn zunächst müssten die Bäume sehr unter den Baumaßnahmen leiden, später bekommen sie kein Wasser mehr von der Saar. Zudem wollen viele Mitglieder des Bauausschusses nur die wenigsten Bäume schützen. Diplom-Ingenieur Heiko Lukas erläuterte mit Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer die Pläne. Um die so genannten Spundwände-Stahlplatten zu bauen, die Fluss und Promenade trennen, müssen in geringem Abstand "Rückverankerungen" in den Boden gerammt werden. Das sind dicke Stahlstreben, die den Platten helfen, dem Wasserdruck zu widerstehen. Die Verankerungen müssten durch das Erdreich bis auf die Steinplatte getrieben werden, dazu seien riesige Rammgeräte nötig. Weil die sehr groß sind, müssten die Baumkronen gestutzt werden. Denn die Maschinen haben sonst zu wenig Platz, sagte Lukas. Ziemlich sicher würden auch die Wurzeln direkt an der Uferkante Schaden nehmen, weil die dort stehenden Bäume flache Wurzeln hätten und die neue Kante vierzig Zentimeter tiefer liegen soll als derzeit. Denn das schiefe Promenadenufer werde während der Bauarbeiten begradigt. Die große Platane in der Mitte der Promenade hätten die Bauplaner gerne erhalten, weil sie für die "Stadt prägend" sei. Möglicherweise hätte man ihr sogar einen "Riesenblumentopf" mitten in die neue untere Promenade gebaut. Doch jetzt stellte sich nach einer Untersuchung des städtischen Grünamtes heraus, dass dieser Baum wegen Pilzbefalls nur noch eine geringe Lebenserwartung habe. Friedhelm Fiedler, Chef der FDP-Stadtratsfraktion, meinte: "Wir dürfen zwischen Bürgerpark und dem Osthafen keine Kompromisse machen, wir müssen klare Lösungen suchen." Wie er sind die meisten Ausschussmitglieder für eine geschlossene Reihe mit neuen Bäumen. Das Bauamt bevorzugt derzeit Platanen, weil man die am besten in eine bestimmte Form bei einem Stammumfang von 30 bis 35 Zentimetern schneiden kann. Wenige Bäume, wie zwei größere an der Luisenbrücke, sollen erhalten bleiben - falls sie die Bauarbeiten überstehen. al