Bären aus ganz Deutschland

Bären aus ganz Deutschland

Hassel. Auf den kommenden Sonntag freuen sich die sieben Frauen vom Bärentreff Hassel ganz besonders. Denn dann können sie gemeinsam mit anderen Ausstellern aus der gesamten Republik ihre eigenen, handgefertigten Bären zeigen und verkaufen

Hassel. Auf den kommenden Sonntag freuen sich die sieben Frauen vom Bärentreff Hassel ganz besonders. Denn dann können sie gemeinsam mit anderen Ausstellern aus der gesamten Republik ihre eigenen, handgefertigten Bären zeigen und verkaufen. "Es werden rund 44 Aussteller teilnehmen", erläutert Andrea Altmeyer, die den Hasseler Bären-Club 1998 gemeinsam mit Sigrid Becker ins Leben rief. "Wir hatten in einem Kurs gelernt, wie man Bären selber herstellt", so Altmeyer, die inzwischen bei dem Exemplar Nummer 844 angekommen ist und einige ihrer Werke mitgebracht hat.Ein paar Zentimeter groß sind die kleinsten handgefertigten Teddybären, während die größten etwa einen Meter messen. Arme, Beine und der Kopf sind beweglich und sie tragen gestrickte, gehäkelte oder genähte Kleider. Und dann sind sie noch alle mit dem Markenzeichen ihrer "Bärenmutter" versehen - bei ihr ist das der Vorname, der auf einem Band zu lesen ist. Andere wählen ihre Initialen, einen Glückskäfer oder einen anderen individuellen Hinweis, mit dem sie ihren Bären kenntlich machen.

Jeden Montag treffen sich die Frauen in der Hasseler Eisenberghalle, tauschen Schnittmuster aus, reden über Bezugsquellen und fertigen ihre Handarbeiten gemeinsam. Sind die Mohairteile für die Teddybären erst einmal zugeschnitten, werden sie zusammengenäht und auf rechts gewendet. Der Kopf wird gefüllt, teilweise rasiert, bestickt und mit Glasaugen versehen. Wenn die vorgefertigten Gelenke eingefügt sind und alles zusammengenäht ist, wird der Körper mit Baumwolle ausgestopft. Eine letzte Naht und ein neues bärenstarkes Stück ist fertiggestellt. "Für mich ist das Bärenmachen regelrecht zur Sucht geworden", so Altmeyer, die als Kind statt mit Puppen viel lieber mit Bären spielte. "Es ist vor allem die Liebe zur Handarbeit und zur Gruppe, die uns zusammenhält", fügt Irmgard Luck hinzu. Etwa acht Stunden arbeite man an einem Bären, erzählen sie und dass sie sie verschenken, verkaufen oder einfach selbst behalten, um sich daran zu erfreuen.

Nur als Spielzeuge sind ihre Werke eher nicht zu gebrauchen - erst recht nicht die getöpferten Exemplare, die Monika Deckarm aus Reichenbrunn herstellt. "Es sind Bären für Mamas und Omas, Sammlerstücke eben".

Und doch wendet sich die Messe nicht nur an Bärenliebhaber, sondern auch an Puppenfans, denn neben handgefertigten Bären werden auch handgearbeitete Puppen zu sehen sein. Und daneben gibt es allerlei Zubehör rund um Bär und Puppe, "Bärenmilch", Kaffee und Kuchen und einen Workshop für Kinder, in dem diese vorgefertigte Bären und Huskys fertigarbeiten können.

Die erste Hasseler Puppen- und Bärenbörse findet am Sonntag, 19. Juni, von 10.30 bis 18 Uhr in der Eisenberghalle in der Schulstraße 16 statt.

Hintergrund

Der Teddybär: Als Namensgeber des Teddybären gilt der 26. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Theodore Roosevelt, mit Spitznamen Teddy. Er soll im November 1902 an einer Jagd auf Grizzlybären teilgenommen haben, bei der nur ein einziger kleiner verlassener Bär angetroffen wurde. Der Präsident aber wollte ihn nicht erschießen und gab damit Anlass für eine politische Karikatur, die durch die Presse ging und den Teddy zu seiner Symbolfigur machte. Ein Jahr später sollen etwa zeitgleich in Amerika ein russisches Emigrantenehepaar und in Deutschland die Firma Steiff die ersten Teddybären auf den Markt gebracht haben. 1903 orderte ein amerikanischer Spielzeugwareneinkäufer auf der Leipziger Spielwarenmesse rund 3000 Bären mit dem berühmten Knopf im Ohr und die Firma Steiff ließ sich das "Teddybärdesign mit Gelenken" als Warenmuster eintragen. Damals begann der Siegeszug des Teddybären in aller Herren Länder und die Produktion stieg enorm an. bq