1. Saarland

Badespaß unter dem Nachthimmel

Badespaß unter dem Nachthimmel

Quierschied. Wie haben sie gehofft und Daumen gedrückt, dass das Wetter hält, die Mitglieder und Freunde des Fördervereins Quierschieder Bäder. Und es hat gehalten. Pünktlich zum Start des vierten Nachtschwimmens im Quierschieder Freibad war der Himmel fast so klar wie die Wasseroberfläche des Schwimmbades

Quierschied. Wie haben sie gehofft und Daumen gedrückt, dass das Wetter hält, die Mitglieder und Freunde des Fördervereins Quierschieder Bäder. Und es hat gehalten. Pünktlich zum Start des vierten Nachtschwimmens im Quierschieder Freibad war der Himmel fast so klar wie die Wasseroberfläche des Schwimmbades. Um 20 Uhr begrüßte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Schmidt bereits eine große Zahl von Gästen. Die meisten waren zwar außerhalb des Beckens, einige aber schon im kühlen Nass. Was bei 23 Grad warmem Wasser und ebensolcher Lufttemperatur auch verständlich war. Wie schon in den drei vergangenen Jahren stand das jüngste Nachtschwimmen unter einem Motto: "Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder." Besonderer Anlass war das Bestehen des Freibades seit bereits 80 Jahren. Am 4. Juli 1931 öffnete es zum ersten Mal seine Pforten.Die Besucher wurden ermutigt, in Badebekleidung aus dieser Zeit zu erscheinen, in Anlehnung an das Motto, das ja einem alten deutschen Schlager entspricht. Dieser Anregung folgten Bärbel und Sabine Richard. Mutter und Tochter, beide original Quierschder Mädels, wählten ihr Motto gemäß dem Schlager: "Das ist die Liebe der Matrosen". Mutter Bärbel, zahntechnische Angestellte: "Wir sind jedes Jahr dabei, immer mit selbst geschneiderten Kostümen, weil's hier so schön ist und immer nette Leute mitmachen."

Auch Tochter Sabine, 27 Jahre, Diplomingenieurin der Medizintechnik, lässt es sich nicht nehmen, mit Mama die knappe Freizeit im Schwimmbad zu verbringen. Sabine hat sozusagen eine Affinität zum Wasser, sie ist nämlich Löschmeisterin bei der Feuerwehr in Quierschied.

Die anfänglich nur zögerliche Schar von Schwimmern nahm mit der Dunkelheit zu. Das von den Vorstandsmitgliedern und Helfern hergerichtete und beleuchtete Bad gab eine herrliche und imposante Kulisse ab.

Etwa 30 Wasserratten tummelten sich zeitweise im Becken - mit oder ohne Kostüm. Viele Zuschauer am Rand feuerten die Schwimmer an, was diese zu einigen Kapriolen anregte.

Erfreut äußerte sich der zweite Vorsitzende, Rainer Nix, über die vielen Jugendlichen, die dieses Jahr teilnahmen und auf der Wiese ihre Decken ausbreiteten. Ebenso erfreut war er über einige Besucher von außerhalb.

 Bärbel (links) und Sabine Richard am Freitagabend in selbst genähten Kostümen. Fotos: Strobel
Bärbel (links) und Sabine Richard am Freitagabend in selbst genähten Kostümen. Fotos: Strobel

Um 24 Uhr beendete der Vorsitzende Wolfgang Schmidt eine gelungene Veranstaltung mit 327 zahlenden Besuchern und dankte ihnen fürs Kommen - allerdings nicht ohne den Hinweis: "Im nächsten Jahr gibt's das doch wieder. Denn so ernst war unser Motto ja nicht gemeint."