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Bachmann: Saarland schränkt wegen Coronavirus öffentliches Leben ein

Gesundheit : Saar-Regierung schränkt wegen Corona-Krise öffentliches Leben ein

Die Zahl der Infektionen im Saarland ist stark gestiegen. Die Landesregierung verbietet vorerst Großveranstaltungen. Vier Schulen sind geschlossen.

(fu/kir/mju) Die saarländische Landesregierung reagiert mit einschneidenden Maßnahmen auf die Ausbreitung des Coronavirus. Alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern müssen bis auf weiteres ausfallen. Vorerst dürfen keine Klassenfahrten gebucht werden. Krankenhäuser wurden aufgefordert, planbare Operationen zu verschieben, um Kapazitäten in den nächsten acht Wochen bereitzuhalten, wie Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Mittwoch im Landtag sagte. Sie sprach von einer Ausnahmesituation und warb um „Umsicht, Vorsicht und Vernunft“. Die Landesregierung werde alles in ihrer Macht stehende tun, „um die Epidemie möglichst einzudämmen, ihren Verlauf abzubremsen und ihre Folgen zu minimieren“.

Unterdessen stieg die Zahl der Infizierten im Saarland um 15 auf 22. Aus dem Kreis St. Wendel wurden am Mittwochabend acht Fälle gemeldet. Nach Angaben von Landrat Udo Recktenwald (CDU) handelt es sich um sieben Skifahrer, die aus einem Österreich-Urlaub zurückgekehrt waren, sowie die Frau eines Urlaubers.

Nach positiven Tests bei einer Lehrkraft und einer Schülerin ordnete das Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken an, das Theodor-Heuss-Gymnasium in Sulzbach und die Ganztagsgrundschule Rodenhof bis zum 20. März zu schließen. Ebenso sind laut Bildungsministerium  die technisch-gewerblichen Berufsbildungszentren I und II am Saarbrücker Mügelsberg wegen eines Corona-Falls geschlossen. Die Universität des Saarlandes und die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) verschieben den Beginn der Vorlesungszeit des Sommersemesters um vier Wochen, wie eine Uni-Sprecherin sagte.

Das Robert-Koch-Institut stufte die französische Nachbarregion Grand Est als Coronavirus-Risikogebiet ein. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Bundesregierung in einem Brandbrief aufgefordert, auf Frankreichs Regierung einzuwirken, konsequent gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen. Denn Grand Est teste nicht mehr bei allen Verdachtsfällen, und das Saarland sei mit seinen Tausenden Pendlern besonders betroffen.