1. Saarland

Aus Wasserdampf wird Energie

Aus Wasserdampf wird Energie

Homburg. Die Zeiten ändern sich. Und nicht immer muss das schlecht sein. Ein gutes Beispiel dafür dürfte seit gestern der Himmel über dem Homburger Michelin-Werk sein. Wo bis dato nicht selten mächtige Wolken aus Wasserdampf über den Dächern schwebten und fast schon ein Markenzeichen des Reifenherstellers waren, herrscht jetzt weitgehend klare Sicht. Und nicht nur das

Homburg. Die Zeiten ändern sich. Und nicht immer muss das schlecht sein. Ein gutes Beispiel dafür dürfte seit gestern der Himmel über dem Homburger Michelin-Werk sein. Wo bis dato nicht selten mächtige Wolken aus Wasserdampf über den Dächern schwebten und fast schon ein Markenzeichen des Reifenherstellers waren, herrscht jetzt weitgehend klare Sicht. Und nicht nur das. Das Fehlen der charakteristischen Wasserdampfschwaden ist ein Zeichen für einen nächsten Schritt des Homburger Michelin-Werkes hin zu einer gesteigerten Energieeffizienz und einer Energiewirtschaft im Einklang mit dem Ziel, maximale Nutzungsgrade mit maximaler Umweltverträglichkeit zu kombinieren. Daran zumindest ließ man gestern bei der Vorstellung eines neues Systems zur Verwertung des bislang ungenutzt über die Dächer abgeleitet Wasserdampfs aus dem Vulkanisationsprozess keinen Zweifel aufkommen. Das Zauberwort: Conditherm. In einem Kondensationsverfahren wird dabei der so genannte "Brüdendampf" zur Gewinnung von Wärme und Kälte verwendet.In Zahlen steht das Konzept, mit 2,6 Millionen Euro finanziert von den Homburger Stadtwerken und entwickelt von Georg F. Schu, für die "Rückführung von 30 000 Megawattstunden für die Wärme- und Kälteerzeugung". Auch könnten pro Jahr nun rund 8000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Bei solchen Zahlen war die gute Laune gestern bei der offiziellen Inbetriebnahme des Komplexes wohl nachvollziehbar. Jürgen John, der Werkleiter von Michelin in Homburg, ordnete den neuen Conditherm-Reaktor in das Gesamtkonzept ein, mit dem Michelin seit vielen Jahren mit Energie umgehe. "Wir sind dauerhaft darum bemüht, den umwelttechnischen Fußabdruck, den die Produktion von Reifen hinterlässt, zu verkleinern." Dies habe man bis jetzt in vielen Bereich geschafft. Auch sei die Verminderung des Kohlendioxidausstoßes bei Michelin ein überaus wichtiges Thema. An erster Stelle stehe dabei das Energiesparen als "ein persönliches Credo", so John. Aber eben auch die Energieeffizienzsteigerung sei unerlässlich.

Wolfgang Ast, Geschäftsführer der Homburger Stadtwerke und damit gleichsam Finanzier des Projektes bei Michelin, sowie Homburgs OB Karlheinz Schöner (CDU) betonten die perspektivische Dimension des gemeinsamen Engagements als wegweisend für den Umgang mit Ressourcen, gerade an einem Industriestandort wie Homburg, dem zweitgrößten im Saarland.

Umweltministerin Simone Peter (Grüne) schließlich ordnete den Bau des Conditherm-Reaktors bei Michelin in den Kontext eines seit vielen Jahren in Homburg von Verwaltung und Stadtwerken geförderten verantwortlichen Umgangs mit Energie ein. "Homburg ist hier ganz vorne mit dabei. Und darauf setze ich auch."