1. Saarland

Aus Thailand angereister Zeuge belastet Wirtschaftsdetektiv Fuchsgruber

Kostenpflichtiger Inhalt: Untreue-Prozess gegen Medard Fuchsgruber : Aus Thailand angereister Zeuge belastet den Wirtschaftsdetektiv

Im Untreue-Prozess gegen den sogenannten „Robin Hood der Kleinanleger“, Medard Fuchsgruber, hat ein Zeuge Teile der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestätigt.

Der selbstbewusst im Nadelstreifenanzug auftretende Zeuge im Prozess gegen den der gewerbsmäßigen Untreue angeklagten Wirtschaftdetektiv Medard Fuchsgruber ist eigens aus Thailand zu seiner Vernehmung angereist. Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts bestätigt er zumindest in einem Teilkomplex die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Er berichtet etwa von „Unstimmigkeiten“ wie manipulierten Rechnungen und Kontoauszügen, die wohl Fuchsgruber zu verantworten habe. Der Angeklagte und Björn P. (45) sind alte Bekannte.

Fuchsgruber selbst schaltete sich in die Befragung ein und erinnerte, dass der Kaufmann mit Wohnsitz in Thailand eigene Erfahrungen mit der deutschen Justiz hat. In Zusammenhang mit einem Prozess um ein so genanntes „Umsatzsteuer-Karussell“ im Umfeld der Deutschen Bank saß er in Untersuchungshaft und wurde rechtskräftig verurteilt. 2016 erstellte er für eine Leipziger Firma, an der Fuchsgruber beteiligt war und zeitweise als Geschäftsführer wirkte, einen Liquiditätsplan. Er schlug wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei den Gesellschaftern Alarm, was zur Abberufung des Geschäftsführers führte. Die Staatsanwaltschaft wirft Fuchsgruber in diesem Fall vor, Urkunden wie Kontoauszüge gefälscht zu haben und einen Untreue-Schaden von mehr als 280 000 Euro verursacht zu haben. Zumindest anfangs, so räumen der Kaufmann und zwei weitere Zeugen ein, habe der Wirtschaftsdetektiv „erfolgreich gearbeitet“. Nach Abschluss der Vernehmung verabschiedet sich der „Dressman“ im Gerichtssaal mit dem Wunsch „alles Gute“ per Handschlag von Fuchsgruber.

Der sitzt mittlerweile seit zwei Wochen in Untersuchungshaft in der Saarbrücker Justizvollzugsanstalt „Lerchesflur“. Über eine Haftbeschwerde seines Verteidigers Jens Schmidt will das Oberlandesgericht noch diese Woche entscheiden. Schmidt meldete gestern erneut Zweifel an der Verhandlungsfähigkeit seines Mandanten, der an Bluthochdruck leidet, an. Auf Anordnung des Gerichts sitzt ein Rechtsmediziner im Verhandlungssaal dem Angeklagten gegenüber.