1. Saarland

Aus der Kombüse frisch auf den Tisch

Aus der Kombüse frisch auf den Tisch

Dudweiler. Ein rühriger Verein ist die Dudweiler Marinekameradschaft Zerstörer Lütjens. Und immer gut für neue Ideen. So lädt sie für Samstag, 13. März, 18.30 Uhr, ihre Mitglieder und Freunde ins Vereinsheim des Heimat- und Kulturvereins (HKV, Rehbachstraße) zur Jahreshauptversammlung ein. Anschließend gibt's Labskaus. Gehört hat man davon ja schon. Und Bilder gesehen

Dudweiler. Ein rühriger Verein ist die Dudweiler Marinekameradschaft Zerstörer Lütjens. Und immer gut für neue Ideen. So lädt sie für Samstag, 13. März, 18.30 Uhr, ihre Mitglieder und Freunde ins Vereinsheim des Heimat- und Kulturvereins (HKV, Rehbachstraße) zur Jahreshauptversammlung ein. Anschließend gibt's Labskaus.

Gehört hat man davon ja schon. Und Bilder gesehen. Bilder, die ein bisschen erinnern an die britische Esskultur. "Supp, Salat unn Kaffee", sagt zu solcher "Gemengelage" der Saarländer. Hart Steuerbord am Froschschenkel vorbei - oder so. Nun baten wir aber mal Fregattenkapitän Michael Meding, der letzte Kommandant der Lütjens und Schriftführer der Marinekameradschaft, um ein Labskaus-Rezept zum Nachkochen. Das kam schnell und schneidig per Mail, die wir Ihnen, liebe Leser, nicht vorenthalten möchten.

Zuvor noch ein paar Erläuterungen: Schon im späten Mittelalter, schreibt Meding, wurde Labskaus - das Wort kommt aus dem Norwegischen - auf allen Windjammern gegessen: "Heute ist auch im Binnenland dieses spezifisch avitaminose Seemannsgericht, das ein grenzenloses Vertrauen in den Chef der Kombüse voraussetzt, nicht mehr unbekannt."

Zur Abwechslung im häuslichen Magenfahrplan soll hier ein Herstellungsrezept dieses Göttermahls verraten werden: Also, man nehme für sechs Personen etwa ein Kilo Rinderpökelbrust und 500 Gramm gepökelten Schweinekamm und koche es in ein wenig Wasser. Fleisch dann fein schneiden, ebenso zwei Matjesfilets, etwas Essiggemüse, vier große Salz- oder Gewürzgurken und mindestens ein Pfund Zwiebeln (in Butter vorbraten). Alles gut durchmengen und mit Pfeffer, Paprika, Muskat und Lorbeerblatt würzen. Das Ganze mit der Fleischbrühe weich kochen und etwa ein Kilo ohne Salz gekochte Kartoffeln hinzugeben, bis sich gestampft ein festes Pürree ergibt. Meding: "Um Gottes Willen nicht durch den Wolf gedreht, alle alten Seeleute würden dann lästerliche Flüche ausstoßen."

Auf einer flachen Schüssel wird das Labskaus dann zu einem Berg getürmt und mit Hilfe einer Gabel verziert. Garnieren kann man mit Vierteln hartgekochter Eier, Essiggurken, kleinen Rollmöpsen und Rote-Beete-Scheiben. Auch ein Spiegelei ist angebracht.

Wenn man jetzt noch ein Bier reicht und obendrein noch einen echten Aquavit bereithält, kann man das Herz eines jeden Seemanns im Sturm erobern.

Ahoi, sagt dazu die SZ und wünscht "immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel". Oder, in aller Kürze: Guten Appetit!

Übrigens: Alle Dudweiler Marinefreunde werden darum gebeten, sich fürs Labskaus-Essen anzumelden, Tel. (0 68 97) 76 26 09, oder per E-Mail: guenter.hary@mk-dudweiler.de.

 Das ist der Zerstörer Lütjens. Er wurde Ende 2003, nach fast 35 Jahren im Dienst der Deutschen Marine, ausgemustert. Foto: Meding
Das ist der Zerstörer Lütjens. Er wurde Ende 2003, nach fast 35 Jahren im Dienst der Deutschen Marine, ausgemustert. Foto: Meding
 Echtes Labskaus. Foto: dpa
Echtes Labskaus. Foto: dpa