1. Saarland

Aufs Ganze gegangen und doch verloren

Aufs Ganze gegangen und doch verloren

Eisweiler. Der Salto bringt die bittere Wende. Christopher Ferner steigt nach oben, wirbelt kopfüber, rotiert dabei mehrfach um die Achse: Luft-Akrobatik pur. Sein Sprung heißt "Voll ein voll aus" - und haut ihn voll ins Aus. Der 15-Jährige schiebt die Schultern zu weit vor, kann den Schwung nicht mehr abfangen und landet auf der Schaumstoffmatte neben dem Sprungnetz

 Die Trampolin-Turner der TSG Saar. Foto: Verein/SZ
Die Trampolin-Turner der TSG Saar. Foto: Verein/SZ
 Auf dem Kopf: Die 14-jährige Nicole Bayer vom TV Elversberg wirbelt durch die Luft. Die Nachwuchs-Trampolin-Turnerin der TSG Saar konnte am Samstag überzeugen. Foto: atb
Auf dem Kopf: Die 14-jährige Nicole Bayer vom TV Elversberg wirbelt durch die Luft. Die Nachwuchs-Trampolin-Turnerin der TSG Saar konnte am Samstag überzeugen. Foto: atb
 Die Trampolin-Turner der TSG Saar. Foto: Verein/SZ
Die Trampolin-Turner der TSG Saar. Foto: Verein/SZ

Eisweiler. Der Salto bringt die bittere Wende. Christopher Ferner steigt nach oben, wirbelt kopfüber, rotiert dabei mehrfach um die Achse: Luft-Akrobatik pur. Sein Sprung heißt "Voll ein voll aus" - und haut ihn voll ins Aus. Der 15-Jährige schiebt die Schultern zu weit vor, kann den Schwung nicht mehr abfangen und landet auf der Schaumstoffmatte neben dem Sprungnetz. Ein herber Punktverlust für die Trampolin Start Gemeinschaft (TSG) Saar - und eine frühzeitige Entscheidung im Wettkampf der Zweiten Bundesliga Südwest, den die acht TSG-Turner mit 337,2:344,9 Punkten gegen die TG Rüsselsheim verlieren."Das ist bitter", findet auch TSG-Trainerin Bozena Nitu. "Wir haben auf die Punkte von Chris gesetzt." Denn bis dahin verläuft ihr Heimkampf in der Eisweiler Liebenburghalle noch aussichtsreich. Im ersten von drei Durchgängen, der Pflicht, sind die Saar-Turner auf gleicher Höhe mit den Gegnern. Nur mit wenig Vorsprung entscheiden die fünf Rüsselsheimer das Pflichtprogramm mit 98,6 Punkten für sich. Die TSGler (95,3) geben sich kämpferisch - bis der zweite Durchgang (119,1:123,7) ebenfalls verloren geht. Enttäuschung macht sich breit: "Es sieht nicht gut für uns aus", bekennt Nitu.Da die Turner aus verschiedenen saarländischen Vereinen stammen, wechselt die Startgemeinschaft bei Heimkämpfen von Halle zu Halle. Dort nutzen sie stets den Heimvorteil und lassen auch ihren Nachwuchs antreten: "Außer Konkurrenz, um Wettkampferfahrung zu sammeln", erklärt Nitu. So wie in Eisweiler: Hier zeigt unter anderem Nicole Bayer (14) vom TV Elversberg eine viel versprechende Leistung. Ganz und gar nicht zufrieden ist die TSG dagegen mit dem letzten Durchgang. Denn hier turnen die Rüsselsheimer auf Schwierigkeit - will heißen: "Schwer, aber nicht schön", kritisiert Bozena Nitu. "Da zählen spektakuläre Einlagen mehr als turnerische Sauberkeit", ärgert sich auch Tochter und Teamkollegin Patricia Nitu.Die Kampfrichter jedenfalls vergeben fast punktgleiche Wertungen an beide Mannschaften. Die TSGler wollen das Ergebnis in letzter Sekunde noch mal kippen, gehen aufs Ganze. Jetzt zeigt auch die erfahrenste Turnerin Nerven: Bozena Nitu stößt sich ab, stoppt wieder, nimmt erneut Schwung. Das Finale gerät zur Geduldsprobe. Mit 122,8:122,6 können die Saarländer dann wenigstens den letzten Durchgang gewinnen. Das allerdings ändert nichts an der Gesamtniederlage gegen Rüsselsheim und dem letzten Platz in der Tabelle.Die Trampolin-Turner von der Saar sehen dennoch nach vorne: "Wir müssen uns jetzt ranhalten", lautet das einstimmige Fazit. Und einen versöhnlichen Erfolg gibt es auch für Christopher Ferner: In seiner zweiten Kür zeigt der 15-Jährige eine akrobatische Glanzleistung samt "Voll ein voll aus" - und holt damit 32,9 Punkte: die beste Einzelwertung des Tages. "Wir müssen unsjetzt ranhalten."Die TSG-Trampolin-Turner nachdem verlorenen Wettkampf