1. Saarland

Aufregende Aufholjagd

Aufregende Aufholjagd

Scheuern. So schnell geht es im Fußball! Binnen weniger Tage hat der SV Scheuern als Tabellenzweiter der Fußball-Bezirksliga St. Wendel einen Elf-Punkte-Rückstand auf Ligaprimus SF Tholey auf fünf Zähler verkürzt

Scheuern. So schnell geht es im Fußball! Binnen weniger Tage hat der SV Scheuern als Tabellenzweiter der Fußball-Bezirksliga St. Wendel einen Elf-Punkte-Rückstand auf Ligaprimus SF Tholey auf fünf Zähler verkürzt. Zunächst gewann der SVS in einem Nachholspiel beim Tabellen-Dritten FC Lautenbach mit 3:2, dann holte die Mannschaft des Trainer-Duos Michael Petri und Marco Jäckel im direkten Duell in Tholey mit einem 2:1-Sieg alle drei Punkte.Doch insbesondere die Begegnung in Lautenbach sorgte für mächtig Ärger. Spielertrainer Petri erzielte dort in der 89. Minute den 3:2-Siegtreffer. Die Gastgeber warfen dem Spielertrainer daraufhin vor, gegen ungeschriebene Fair-Play-Regeln verstoßen zu haben. Petri sei alleine aufs Tor zugelaufen, obwohl ein Spieler der Hausherren nach einem Ballverlust verletzt am Boden gelegen habe - und die anderen Lauterbacher ihn nur halbherzig oder gar nicht attackiert hätten.

"Nach einem Ballverlust wurde direkt ein Steilpass zu mir in die Spitze gespielt. Ich konnte also gar nicht sehen, dass da jemand lag. Und selbst wenn, kenn' ich niemanden, egal in welcher Klasse, der da den Ball ins Aus geschossen hätte", meint Petri. Nach dem Schlusspfiff sei es dann zu turbulenten Szenen gekommen. Spieler und Zuschauer der Lautenbacher hätten die Scheuerner Akteure und den mitgereisten Anhang beleidigt. "Das war unterste Schublade. Sogar weibliche Fans von uns wurden dabei mit Wasser gespritzt und sogar geschubst", ärgert sich Petri.

Den FC Lautenbach dagegen wurmt, dass Scheuern auch nach dem Tor nicht reagierte. Spielertrainer Marco Hartmann hatte Scheuern aufgefordert, im Gegenzug einen Lautenbacher Treffer zuzulassen. Darauf aber habe Scheuern nicht reagiert.

Für Petri ist das Thema aber mittlerweile erledigt, denn seine volle Konzentration gilt bereits der nächsten schweren Aufgabe. An diesem Sonntag um 14.30 Uhr erwartet Scheuern den Nachbarn SV Überroth zum "Bohnental-Derby". Überroth ist vor der Begegnung auf dem 13. Tabellenplatz. "Das wird trotzdem ein heißer Tanz. In solch einem Derby gibt es keinen Favoriten", meint Petri. Zumal Überroth wohl auf Revanche für die 1:5-Niederlage aus dem Hinspiel aus sein wird.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der 35-Jährige, der die Mannschaft gemeinsam mit Marco Jäckel vor der Runde übernommen hat, weitestgehend zufrieden. "Das Team hat insbesondere in den letzten Wochen eine positive Entwicklung gemacht, auch wenn wir gerade davor einige Punkte unnötig hergegeben haben", sagt Petri. Dabei denkt er insbesondere an die Unentschieden gegen die beiden Tabellenletzten SG Peterberg und TuS Hirstein (1:1). In beiden Begegnungen verspielte Scheuern eine Führung - gegen Peterberg (3:3) sogar einen Drei-Tore-Vorsprung.