1. Saarland

Auf diesem Felsen "geht was ab"

Auf diesem Felsen "geht was ab"

Saarbrücken. "Das ist ja geradezu fürstlich hier", sagt die Frau beim Durchschreiten der Tür zum Schloss, weil die sich automatisch öffnet. "Nein, das ist wahrhaft bürgerlich", entgegnet der Mann an ihrer Seite (offensichtlich ein echter Saarbrücker)

Saarbrücken. "Das ist ja geradezu fürstlich hier", sagt die Frau beim Durchschreiten der Tür zum Schloss, weil die sich automatisch öffnet. "Nein, das ist wahrhaft bürgerlich", entgegnet der Mann an ihrer Seite (offensichtlich ein echter Saarbrücker). Und hat eine Erklärung für die Sesam-öffne-dich-Einrichtung parat: Jeder Bürger werde so quasi wie ein Schlossherr behandelt. Selbstverständlich bleibt das Schloss, das auf einem Felsen (oder Berg) thront, ein repräsentativer Bau. Aber es ist eben heute auch und gerade ein Gebäude, das sich dem Volke öffnet und ihm dient. In mehrfacher Hinsicht: Für die Mitarbeiter des Regionalverbandes ist es Arbeitsstelle, für zielgerichtete Besucher bietet es eine Fülle von Unterhaltungs-Möglichkeiten - und alle Flaneure können an Schloss und Schlossberg lustwandeln. Etwa zehn Minuten dauert ein Rundgang um den Berg, der eigentlich ja nur ein besserer Hügel ist: an Schlossmauer und Schlosskirche vorbei, über den Schlossplatz, die Talstraße hinunter, um die Ecke rum bis zur Treppe, die in den Schlossgarten führt. Danach kann man sich 20 Minuten Zeit nehmen, um den Garten zu inspizieren, das Schloss selbst zu umrunden und von der Mauer hinunter auf die Stadt zu schauen. Im Grunde genommen stehen die Mauergucker ja "mittendrin", andererseits aber auch über den Dingen. Wer mag, kann sich ausmalen, wie Saarbrücken einmal ohne die Stadtautobahn aussehen wird und sich in seiner Fantasie einen regen Schiffsverkehr auf dem Fluss vorstellen. Der kundige Fremdenführer wiederum erläutert seinen Gästen von hier oben gern die Struktur der Stadt und prägende Bauwerke."Entdecken, suchen, finden, erleben" - mit diesem Motto lädt das Historische Museum zu einer wirklich faszinierenden Zeit-Raum-Reise durch die unterirdischen Kasematten ein. Das Motto lässt sich eigentlich auf das gesamte Schloss-Umfeld anwenden. Wer sucht, der findet etwas. Geboten wird jede Menge harte geistige Nahrung: Neben dem Historischen Museum sind das Museum für Vor- und Frühgeschichte und das Museum in der Schlosskirche zu besichtigen. Man kann sich aber auch schlicht und einfach zerstreuen: ob nun beim Bewundern der historischen Bauten oder beim Entspannen in Caf&; oder Kneipe. Oder man genießt das abwechslungsreiche Musikprogramm an verschiedenen Orten und drinnen wie draußen: Es reicht von Klassik über Folk, Chanson, Blues und Jazz bis hin zu Rock. Mein Tipp: Einfach hingehen, etwas Passendes auswählen - und sich dann wie ein "Fürst auf Zeit" fühlen...Das Schloss und seine nähere Umgebung kann man grundsätzlich immer besichtigen. Informationen über genaue Öffnungszeiten und einzelne Veranstaltungen sind im Internet unter www.stadtverband-saarbruecken.de,www.saarbruecker-kasematten.de und www.museumsverband-saarland.de zu finden.