Auf den Spuren der Römer und Kelten im Ostertal

Auf den Spuren der Römer und Kelten im Ostertal

Der Februarvortrag beim Historischen Verein führt weit in die Vergangenheit. Am Donnerstag, 6. Februar, 19 Uhr, berichtet Heimatforscher Manfred Ruffing über Grabungsfunde im Ostertal. Der Vortrag findet statt in den Räumen des Historischen Vereins Stadt Neunkirchen in der Irrgartenstraße 18 in Neunkirchen.

. Zahlreiche Fundstücke bezeugen die dichte Besiedlung des Ostertales während der Keltenzeit, etwa 500 bis 100 vor Christus, sowie der anschließenden Römerzeit. Glasarmreife und weitere kleine Gegenstände aus zerstörten keltischen Gräbern wurden 1908 ans Rheinische Landesmuseum in Trier abgegeben. In der Gemarkung Fürth in der Nähe von Lautenbach wurden 1881 beim Bau eines Waldweges zwei bronzene Armbänder mit Spiral-Enden und eine als Haar-Zier getragene bronzene Radnadel gefunden. Diese Fundstücke können heute im Rheinischen Landesmuseum Trier, im Raum 3, Vitrine 14, betrachtet werden.

Am Mittwoch, 29. März 2000, berichtete die Saarbrücker Zeitung in einem ausführlichen Artikel von einem römischen Gräberfeld und Resten einer römischen Siedlung in Fürth im Ostertal. Im Zuge archäologischer Untersuchungen auf dem Streckenabschnitt einer Gas-Pipeline wurde im Krummfeld ein Gräberfeld mit fünf Gräbern freigelegt. Ebenfalls auf der Trasse der Pipeline lassen an der linken Seite der Landstraße L 289 nach Lautenbach nach Ansicht der Archäologen die Funde eines Brunnens und weiterer Haushaltsgegenstände auf eine größere römische Wohnsiedlung schließen.

Bilder der Grabungen und der Funde zeigt Referent Manfred Ruffing während seines Vortrags beim HVSN. Dabei berichtet er auch über folgende Grabungen und Fundstellen: Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts fand man ein römisches Heiligtum auf der Platt (2. bis 4. Jahrhundert nach Christus, früher Götzenberg), hier wurden etwa 90 Steine vom Giebelfeld ausgegraben und 1909 ins Rheinische Landesmuseum überführt.

Überreste einer Villa rustica

1940 wurde dann der römische Gutshof "auf der Röß" teilweise freigelegt. Weiterhin entdeckten Forscher Teile einer "Villa rustica". Nicht alle Räume wurden ausgegraben. Die Ausgrabungen erstreckten sich über den Teil, der unter dem zur Verfügung stehenden Acker lag. Die Ruinen dehnen sich aber noch weiter aus auf die Nachbaräcker. Dort müssen weitere Wohnräume, ein Bad und vor allem Wirtschaftsräume liegen. Die Hypocaustanlage wurde vollständig freigelegt.

Weitere Hinweise auf eine römische Besiedlung wurden 1938 beim Bau der Ostertalbahn und 1962 beim Bau der evangelisch-lutherischen Kirche gefunden. Alle Fundstücke werden am 6. Februar beim historischen Verein in einer Diashow gezeigt.

Gäste sind willkommen. Nichtmitglieder zahlen drei Euro Eintritt.

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