1. Saarland

Auf den Schwung kommt es an

Auf den Schwung kommt es an

Eisen. Muskelkater? Ja, ein bisschen. Aber vor allem ist es schwer, nach der ersten Golfstunde runterzukommen, schnell einschlafen zu können. Aufgewühlt wälzt sich der Neuling im Bett hin und her, denkt darüber nach, was er alles in seiner ersten Trainingsstunde so gelernt hat, wie es wohl beim nächsten Mal weitergeht

Eisen. Muskelkater? Ja, ein bisschen. Aber vor allem ist es schwer, nach der ersten Golfstunde runterzukommen, schnell einschlafen zu können. Aufgewühlt wälzt sich der Neuling im Bett hin und her, denkt darüber nach, was er alles in seiner ersten Trainingsstunde so gelernt hat, wie es wohl beim nächsten Mal weitergeht. Die Broschüre "Grundwissen für Golfentdecker" in der Hand, lässt der Anfänger Revue passieren, was der Golftrainer gesagt hat. "Auf den Schwung kommt es an", erklärt Trainer Richard Böttcher seinen drei neuen Schülern Claudia Zimmer, Patrick Miers und Yvonne Wildschütz. Na, dann mal los! Das kann ja nicht so schwer sein. Aber Vorsicht: "Golf ist ein Fleißsport", sagt die Geschäftsführerin des Golfparks Heidehof in Eisen bei Nohfelden, Ines Ziegler. Dort werden die beiden SZ-Leser Zimmer und Miers sowie die SZ-Redakteurin in den nächsten Wochen merken, was Lust und Frust bedeutet. Die Drei haben sich entschieden, in Eisen den Platzreifekursus zu belegen. Denn wer auf nicht-öffentlichen Plätzen Golfen möchte, muss eine Platzreife-Prüfung machen. Das bedeutet jede Menge praktisches Training sowie so genannte Regel- und Etikettenstunden. Denn schließlich ist es ja auch wichtig, sich auf dem Platz ordentlich zu benehmen. Aber bis die Spieler überhaupt auf den Platz dürfen, heißt es, auf der so genannten Driving Range kräftig zu üben. Eine Driving Range ist eine Übungswiese zum Erlernen des Schwungs. Und da die Neulinge ja bereits gehört haben, dass es auf den Schwung ankommt, üben sie genau das bei ihrer ersten Trainerstunde. Um einen guten Schwung hinzubekommen, gilt es zunächst, den Schläger richtig zu greifen. Geduldig erklärt der 28-jährige Trainer, dass zuerst die linke Hand um den Schläger muss und wie die Finger auf dem Schläger liegen müssen. Gar nicht so einfach, aber es funktioniert. Während die beiden SZ-Leser Zimmer und Miers relativ schnell relativ gute Schläge hinbekommen, muss die SZ-Redakteurin noch ein bisschen üben. Doch dann platzt der Knoten - und es macht richtig Spaß, wenn ein Ball einigermaßen ordentlich getroffen wird. "Es geht anfangs auf und ab, das ist ganz normal", beruhigt Geschäftsführerin Ines Ziegler. Man müsse halt Ehrgeiz mitbringen. Und das tun die drei Neulinge. Unaufhörlich schlagen sie auf der Driving Range ihre Bälle und am Ende sagt der Trainer: "Also ich denke, die Platzreife schafft ihr alle drei." Na also, wenn das nicht motiviert. Und das Fazit der drei Anfänger? Es hat Spaß gemacht, und wir freuen uns auf die nächste Trainerstunde, da sind sich die drei einig. Allerdings sei auch gesagt, dass sowohl Geschäftsführerin als auch der Trainer empfehlen, auch neben dem Training kräftig zu üben. Klar, machen das die Drei gern, wenn sie die Zeit dazu haben. Und Zeit ist auch ein wichtiges Stichwort: Geschäftsführerin Ziegler betont, dass es zwar schön sei, wenn die Spieler für ihre Runden über den Golfplatz Zeit mitbrächten, dennoch sei es auch lohnenswert, einfach mal für ein paar Abschläge zum Golfplatz zu kommen. Über schöne und weniger schöne Abschläge diskutieren Claudia Zimmer, Patrick Miers und Yvonne Wildschütz noch lange nach ihrer ersten Golfstunde. Denn schließlich soll es bald mehr schöne als weniger schöne Abschläge geben.

Auf einen BlickDer Golfpark Heidehof in Eisen liegt mitten im Naturpark Saar-Hunsrück. 1999 wurde die Neun-Loch-Golfanlage erstellt. Auf einer Fläche von 35 Hektar präsentieren sich die Bahnen. Für Anfänger steht unter anderem eine Driving-Range zur Verfügung. Ansprechpartner sind die beiden Geschäftsführer Ines und Gerhard Ziegler, Telefon (06852) 991470, Fax (06852) 802268. ywiStichwortPlatzreife muss ein Golfspieler haben, um auf einem nicht-öffentlichen Golfplatz spielen zu dürfen. Um die Platzreife-Prüfung zu bestehen, muss der Spieler mit einem Trainer eine Runde über den Golfplatz gehen und darf dabei nur eine bestimmte Anzahl von Schlägen benötigen. Auch muss eine theoretische Regelprüfung abgelegt werden, bei der jedoch die Regeln auch während der Prüfung zur Hand genommen werden dürfen, da der Deutsche Golf Verband (DGV) davon ausgeht, dass jeder Spieler während einer Runde auch seine Regeln mit sich führt. red