1. Saarland

Auf dem Weg zum Null-Emissions-Landkreis

Auf dem Weg zum Null-Emissions-Landkreis

Die 9800 Module produzieren 2,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Sie decken damit den Bedarf von rund 600 Haushalten und vermeiden während zwölf Monaten 1400 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid. Die Rede ist vom neuen Solarpark im Freisener Gewerbegebiet "Auf der Schwann".

Grügelborn. "Sonnenenergie ist ein wichtiger Baustein regenerativer Energieproduktion in der Gemeinde Freisen." Dieser Leitsatz stand am Freitag über der Feier, bei der im Gewerbegebiet "Auf der Schwann" der soeben fertig gestellte Solarpark seiner Bestimmung übergeben wurde. Die Anlage befindet sich auf Grügelborner Bann und ist durch den kommunalen Dienstleister Wasserversorgung/Energie (WVE) Kaiserslautern in Zusammenarbeit mit der Firma juwi-solar und der Kreissparkasse St. Wendel in nur wenigen Monaten errichtet worden.Anfang des Jahres wurde mit dem Bau der Anlage begonnen. Zunächst musste die WVE für einen dort ansässigen Gewerbebetrieb eine neue Gewerbehalle mit Photovoltaikanlage bauen. Das Unternehmen siedelte in die Nähe um und pachtete die Halle. Anschließend entstand auf der 4,5 Hektar großen Fläche der Bau von 223 Modultischen mit 9800 Einzelmodulen. Über 75 so genannte Wechselrichter wird der produzierte Strom seit Ende Juni in das Netz eingespeist. Die Leistung beträgt circa 2,354 Megawatt. Das bedeutet, dass pro Jahr rund 2,3 Millionen Kilowattstunden CO2-freie Energie produziert werden, die den Bedarf von etwa 600 Haushalten decken. Gleichzeitig vermeidet die Anlage im Jahr rund 1400 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid. Investiert wurden in die Anlage und in die Halle 5,8 Millionen Euro. Beide gehen — so ist es vertraglich geregelt — nach 21 Jahren in das Eigentum der Gemeinde Freisen über. Ebenso ist festgelegt, dass die WVE die produzierte Energie ab jetzt 20 Jahre lang nutzen darf.

Freisens Bürgermeister Wolfgang Alles (CDU) zeichnete bei der Übergabe den Werdegang der Anlage, angefangen von den ersten Gesprächen im August 2011 über den Gemeinderatsbeschluss und die Flächenverpachtung bis zur Umsiedlung der Firma Forster. "Das Ziel ist erreicht, die Konversionsfläche wird ordnungsgemäß wiederverwertet. Es gibt Einnahmen durch Pacht und Gewerbesteuer und nach 21 Jahren wird die Anlage Eigentum der Gemeinde", sagte der Rathauschef in seiner Ansprache. Der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) sprach von dem ehrgeizigen Ziel, den Landkreis nach und nach zu einem Null-Emissions-Landkreis zu machen. Die Gemeinde Freisen sei bei all den Bemühungen der Vorreiter, besonders auch durch die Aktionen der Bürger-Energie-Genossenschaft und durch seine Windkraftanlagen. Rainer Grüner, der Geschäftsführer der WVE, war die Freude über das Projekt am Gesicht abzulesen: "Ich hätte nicht gedacht, dass wir das alles so schnell schaffen. Mein Wunsch ist es, dass wir mit der Gemeinde Freisen noch viele neue Ideen entwickeln und verwirklichen können."