Arzt-Skandal: Staatsanwalt ermittelt gegen zweiten Pathologen

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Im Skandal um mutmaßliche Falschbefunde eines Pathologen aus dem Saarpfalzkreis hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung ausgeweitet.

Pressestaatsanwalt Dennis Zahedi bestätigte auf Anfrage, dass auch gegen einen zweiten Pathologen, der angeblich in der Praxis angestellt war, ermittelt werde. Der 78 Jahre alte Mediziner werde „ebenfalls als Beschuldigter geführt“. Er soll - wie der 60 Jahre alte Inhaber des Institutes - falsche Diagnosen zu Gewebeproben abgezeichnet haben. Solche Gewebeproben schickten in der Regel niedergelassene Mediziner zur Untersuchung ein. Die Diagnosen der Pathologen waren mutmaßlich Grundlage für operative Eingriffe. Untersuchungen des dabei in Kliniken entnommenen Gewebes sollen, wie es heißt, die früheren Befunde  in mehreren Fällen nicht bestätigt haben.

Eine Chefärztin vom Klinikum Saarbrücken (Winterberg)  hat - wie bereits ausführlich berichtet, über einen Anwalt Strafanzeige gegen den Pathologen erstattet. Sie hat mehr als 20 Verdachtsfälle aufgelistet.  Zwischenzeitlich wurde zudem bekannt, dass eine Oberärztin der Hautklinik am Uniklinikum in Homburg bereits vor Jahren Hinweise über mögliche Fehldiagnosen an die Ärztekammer gegeben haben will.

Der Pathologen-Skandal war am Donnerstag Thema in einer Sitzung des Landtags-Justizausschusses. Dort berichtete unter anderem der Leitende Oberstaatsanwalt Michael Görlinger über den Sachstand. Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Hermann Scharf kündigte derweil an, dass am Dienstag im zuständigen Gesundheitsausschuss auch Verantwortliche der Ärztekammer gehört werden sollen.  Hier interessiert insbesondere, wieso die Kammer lange Zeit weder die Approbationsbehörde, noch die zuständige Rechtsaufsicht beim Gesundheitsministerium eingeschaltet hatte.  

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