1. Saarland

"Arbeit mit Holz ist ein ständiges Experiment"

"Arbeit mit Holz ist ein ständiges Experiment"

Köllerbach. Astrid Latz ist eine Spätberufene. Erst 2004 fing die 55-jährige Montessori-Pädagogin an, sich mit freier Malerei zu beschäftigen. Heute gehört ihr ganzer Enthusiasmus dem Holzdruck; ihr Vorbild ist der Saarländer Max Mertz (1912-1981). "Holz zu bearbeiten ist für mich eine tolle Erfahrung", erzählt die naturverbundene Köllerbacher Künstlerin

Köllerbach. Astrid Latz ist eine Spätberufene. Erst 2004 fing die 55-jährige Montessori-Pädagogin an, sich mit freier Malerei zu beschäftigen. Heute gehört ihr ganzer Enthusiasmus dem Holzdruck; ihr Vorbild ist der Saarländer Max Mertz (1912-1981)."Holz zu bearbeiten ist für mich eine tolle Erfahrung", erzählt die naturverbundene Köllerbacher Künstlerin. Man könne sich dabei von der Maserung leiten lassen, doch sie bevorzugt die Methode des so genannten "Verlorenen Schnitts". Dafür bearbeitet sie Tischlerplatten mit Buchefurnier - weiches Holz splittert zu leicht - und druckt dann mit Linoldruckfarbe per Handabzug oder Druckerpresse.

Spachteln geht nicht

Die Herausforderung dabei: "Man ist relativ festgelegt, kann nicht so impulsiv arbeiten. Und Korrekturmaßnahmen wie Spachteln oder Radieren fallen flach. Es ist ein ständiges Experimentieren." Die Technik des Holzdrucks entdeckte sie 2005 per Zufall und schloss sich als Autodidaktin prompt einer Püttlinger Holzdruckgruppe an. "Da war meine Leidenschaft geweckt." In Seminaren bildete sich die Mutter von zwei Kindern weiter und war bislang an rund 20 Ausstellungen und Projekten beteiligt, darunter auch an der Gestaltung zweier Kochbücher für einen guten Zweck im Rahmen der "KochArt 1" in der Staatskanzlei des Saarlandes und der "KochArt 2" in der Landesvertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin.

2007 wurde Latz in die Künstlerinitiative Köllertal berufen und war auch bei deren Jubiläumsausstellung "25 Jahre Künstlerinitiative Köllertal (KIK)" im Kulturbahnhof Püttlingen mit von der Partie. 2009 präsentierte Astrid Latz eine Werkschau im Püttlinger Schlösschen und konnte nun eine weitere Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen: Anfang April war sie auf der renommierten Kunstmesse "art.metz", wo sie mit ihren Holzdrucken einen Exotenbonus genoss - ein schöner Erfolg, zumal insgesamt nur sechs saarländische Künstler von der international besetzten Jury eingeladen worden waren.

Ihre Bilanz? Durchweg positiv. "Eine spannende Sache, sich einem größeren Publikum zu präsentieren", meint Latz. Insbesondere mit der Resonanz des Fachpublikums ist sie sehr zufrieden, denn außer positiven Rückmeldungen gab es auch Angebote aus der Großregion: Eine Galerie in Nancy richtet ihr im September eine Ausstellung aus, im November zieht dann eine Galerie in Luxemburg nach. Auch in Wittlich wird Astrid Latz im Lauf dieses Jahres noch ausstellen. Und sobald das Püttlinger Schlösschen fertig renoviert ist (schätzungsweise Mitte Mai), wird Latz auch bei der dortigen Benefiz-Exposition mitwirken. Welche Zukunftspläne hat sie noch? Plastisches Arbeiten mit Holz reizt sie. Astrid Latz: "Das entsprechende Material ist schon gelagert." kek