1. Saarland

Anwohner brauchen viel Geduld

Anwohner brauchen viel Geduld

Dudweiler. Friedrich Müller ist ein fröhlicher Mensch - normalerweise. Manchmal aber verfliegt die Fröhlichkeit des 75-Jährigen. Und zwar dann, wenn er darüber nachdenkt, welchen Schriftkram er schon hinter sich hat - in Sachen Neuhauserweg. Dort wohnt er nämlich, am oberen Ende, kurz bevor es zur Auffahrt auf die Autobahn A623 geht. Der Neuhauserweg ist eine viel befahrene Straße

Dudweiler. Friedrich Müller ist ein fröhlicher Mensch - normalerweise. Manchmal aber verfliegt die Fröhlichkeit des 75-Jährigen. Und zwar dann, wenn er darüber nachdenkt, welchen Schriftkram er schon hinter sich hat - in Sachen Neuhauserweg. Dort wohnt er nämlich, am oberen Ende, kurz bevor es zur Auffahrt auf die Autobahn A623 geht.

Der Neuhauserweg ist eine viel befahrene Straße. Es gibt zwar in der Bezirksverwaltung Dudweiler keine Erhebungen über die Belastung dieser Trasse. Aber hoch wie runter rumpelt der Verkehr fast nahtlos Tag und Nacht übers Pflaster. Und dieses Pflaster ist schlecht. So schlecht, dass man im Auto über die Straße hoppelt, vor allem dann, wenn man sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält.

Kaputtes Pflaster

Das "Rumpeldipumpel", vor allem von Lastwagen, geht der Familie Müller und anderen Leuten gewaltig auf die Nerven. Und auch die Unfälle, die Rentner Müller in den vergangenen Jahren schon miterleben durfte. Einige Fotos, die von unerfreulichen Zusammenstößen künden, zeigt er uns bei unserem Besuch.

Vor 20 Jahren hat Friedrich Müller angefangen, sich nacheinander an all diejenigen Leute zu wenden, die an den Zuständen im Neuhauserweg was ändern könnten. Infrage kämen etwa regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h, eine neue Fahrbahndecke, Durchfahrtverbot für Lkw - alles denkbar. Vor zwei Jahren schrieb ihm Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, dass die "Dudweiler Bauverwaltung mit den Stadtwerken in Kontakt" stehe, um noch vor dem Winter eine provisorische Fahrbahndecke im Neuhauserweg aufzubringen.

Zuletzt stand er mit Saarbrückens Bürgermeister Kajo Breuer in Kontakt. Der bat ihn im August 2008 "um etwas Geduld, bis ich mich zu dem vorgetragenen Sachverhalt äußern kann".

ZKE macht den Anfang

So wie es aussieht, wird Friedrich Müller und anderen Betroffenen noch viel mehr Geduld abverlangt. Denn: Nach Auskunft des ZKE (Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb) in Saarbrücken stehen Kanalbauarbeiten an - Dringlichkeitsstufe eins. Die Arbeiten werden im Oktober ausgeschrieben, ab Ende des Jahres sollen die Baumaßnahmen beginnen. Bauzeit nach Angaben von Diplom-Ingenieurin Simone Stöhr, Fachfrau beim ZKE: 14 Monate. Die Maßnahme ziehe sich deshalb so sehr in die Länge, weil der Durchgangsverkehr aufrechterhalten werden müsse und deshalb nur eingeschränkt gearbeitet werden kann. Kosten der Baumaßnahme: eine Million Euro.

Und wenn der ZKE mit seiner Arbeit im Untergrund fertig ist, tritt der Stadtbezirk in Aktion. Wie Bezirksbürgermeister Walter Rodermann auf SZ-Anfrage erklärt, werden in den Haushalt 2009 rund 250000 Euro eingestellt, um die Straße in besagtem Teilstück von Grund auf zu erneuern.

Um das leidige Thema mal zusammenzufassen: Noch rund zwei Jahre, und Friedrich Müller und seine Nachbarn haben Ruhe - jedenfalls ein bisschen mehr als bisher.

 Immer mal wieder kracht's im Neuhauserweg. Dieses etwas angejahrte Bild hat Anwohner Müller archiviert.
Immer mal wieder kracht's im Neuhauserweg. Dieses etwas angejahrte Bild hat Anwohner Müller archiviert.