1. Saarland

Anregungen lösungsorientiert prüfen

Anregungen lösungsorientiert prüfen

40 Seiten umfasst das Eckpunktepapier, das die kommunalen Interessen und Erwartungen an den geplanten Nationalpark Hochwald-Idarwald beschreibt. Die Umweltministerinnen aus Saarland und Rheinland-Pfalz haben das Schriftstück am Donnerstag entgegengenommen

"Die Kelten sind das länderverbindende kulturgeschichtliche Thema des Nationalparks", beschreibt das Eckpunktepapier, das die Umweltministerinnen Anke Rehlinger aus dem Saarland und Ulrike Höfken aus Rheinland-Pfalz am Donnerstagabend im Festsaal der Kreisverwaltung Birkenfeld entgegen nahmen, das Alleinstellungsmerkmal. Zwischen dem keltischen Ringwall bei Otzenhausen und der Wildenburg in Kempfeld liegen allein vier keltische Wallanlagen. Und dem St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald, Vorsitzender des Naturparks Saar-Hunsrück, ist wichtig, dass der Keltische Ringwall "als südliches Eingangstor zum Nationalpark verstanden wird". Die Zeugnisse der Kelten, das betonte Höfken, seien auch ein Zeichen für die "lange, gemeinsame Geschichte der Region". Und betonte, dass der Nationalpark ein weiterer Baustein in der kreis- und länderübergreifenden Zusammenarbeit sei. Wie wichtig es sei, über die Grenzen zu blicken, das hob auch Recktenwald hervor: "Natur kennt keine Grenzen."

Das Papier, das nach Angaben des Birkenfelder Landrats Matthias Schneider 32 000 Euro kostete, ist unter dem Dach des Naturparks Saar-Hunsrück erarbeitet worden. Der Naturpark, der seit 1980 besteht, bündelt in diesem mehr als 40 Seiten dicken Papier die kommunalen Interessen, Vorstellungen und Erwartungen an den geplanten Nationalpark Hochwald-Idarwald.

Gleichzeitig zeigt es, wo Klärungsbedarf vor einer endgültigen Umsetzung besteht. Windenergienutzung, die geplante Erweiterung des Golfparks Eisen, Brennholzversorgung, Jagdrechte sind nur einige dieser offenen Fragen. Rehlinger betonte, sie nehme diese Anregungen ernst und ist sich sicher, "vernünftige Antworten" zu finden - "wenn man lösungsorientiert und nicht problemorientiert an die Sache heran geht".

Mit dem Naturpark - da sind sich Höfken und Rehlinger einig - sind Chancen verbunden. Höfken: "Das ist nicht nur ein Stückchen Naturschutz, sondern ein wichtiger Teil zum Erhalt der biologischen Vielfalt." Der Beitrag zum Naturschutz sei der Grundgedanke des Nationalparkes, stellte Rehlinger klar. Aber es gebe auch andere Vorteile, die man sich erhoffe: naturnaher Tourismus, eine Perspektive für den ländlichen Raum und ein Aufhalten des demografischen Wandels. Aber: Es sei ein "kostspieliger und weiter Weg", wie es Schneider ausdrückte: "Wir können uns darauf einstellen, dass der Erfolg nicht gleich morgen eintreten wird."

Am kommenden Montag wird der weitere Fahrplan vorgestellt. Wie Rehlinger bereits verriet, wird das Papier in ein Landeskonzept eingearbeitet, das beide Länder in Absprache erstellen.