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Überraschende Personalie
Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden

Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Saarbrücken/Berlin. Die 55-Jährige gibt ihr Amt als Ministerpräsidentin auf. Von Daniel Kirch und Jana Freiberger
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden. CDU-Chefin Angela Merkel will sie als Nachfolgerin von Peter Tauber in das Amt berufen, wie mehrere Medien berichten. Kramp-Karrenbauer soll demnach bereits auf dem Parteitag am 26. Februar in Berlin gewählt werden, bei dem die CDU über den Koalitionsvertrag mit der SPD abstimmen soll.


Die 55-Jährige gibt damit ihr Amt als Regierungschefin in Saarbrücken auf. Dieser Schritt kommt überraschend. Ein Wechsel der CDU-Politikerin nach Berlin schien zwar durchaus im Bereich des Möglichen. Allerdings hatte niemand auf der Rechnung, dass sie Generalsekretärin werden könnte. Im Gespräch war sie zuvor vor allem als Bildungsministerin.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, die Idee, dass Kramp-Karrenbauer das Amt an der Spitze der Partei übernimmt, gehe auf die Saarländerin selbst zurück. Der Plan soll zwischen Merkel und ihr bereits seit einigen Monaten verabredet worden sein.



Kramp-Karrenbauer ist seit 2011 Ministerpräsidentin des Saarlandes, zunächst in einer Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen und seit 2012 als Regierungschefin einer großen Koalition. Im März 2017 hatte sie ihre Partei bei der Landtagswahl zu einem deutlichen Wahlsieg geführt. Wer ihre Nachfolgerin in der Staatskanzlei wird, ist noch offen. Diese Frage dürfte aber relativ schnell geklärt werden. Als mögliche Kandidaten gelten Finanzminister Stephan Toscani und CDU-Fraktionschef Tobias Hans.

In der CDU stieß die Nachricht auf positive Reaktionen. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön, twitterte: „Wir werden sie im Saarland vermissen, aber für den Bund ist sie ein Volltreffer.“ Aus der SPD kam Kritik. Die saarländischen Jungsozialisten erklärten: „Man könnte meinen, der saarländische Wählerwille sei Annegret Kramp-Karrenbauer nicht sonderlich wichtig.“ Nach weniger als einem Jahr verlasse sie das Saarland, um an ihrer bundespolitischen Karriere zu tüfteln. Die ehemalige Grünen-Chefin und Ex-Umweltministerin des Saarlandes, Simone Peter, schrieb: „Ich wünsche meiner früheren Saar-#Jamaika-Kabinettschefin eine glückliche Hand und viel Kraft in nicht einfachen Zeiten.“

Mehrere Hauptstadt-Journalisten werteten die Berufung Kramp-Karrenbauers als Signal in die verunsicherte Partei hinein und als Anzeichen dafür, dass Merkel damit eine Vorentscheidung für ihre eigene Nachfolge getroffen habe.