Heftige Kritik an WM in Katar reißt nicht ab Anke Rehlinger zu FIFA-Druck wegen „One Love“-Kapitänsbinde: „Das ist schlicht empörend“

Saarbrücken/Berlin · Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat die Fifa für die angedrohten Sanktionen im Zusammenhang mit der „One Love“-Kapitänsbinde scharf kritisiert.

Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.

Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.

Foto: BeckerBredel

Die massive Kritik an der Fifa und an der Weltmeisterschaft in Katar reißt nicht ab. Nachdem mit Katar erstmals ein Gastgeber ein WM-Eröffnungsspiel verloren hat (0:2 gegen Ecuador), wurden die Ränge im Stadion schon nach dem Pausenpfiff immer leerer, wie Bilder in den sozialen Medien zeigten. Am zweiten WM-Tag hagelt es nun heftige Kritik an der Fifa wegen angedrohter Sanktionen im Zusammenhang mit der „One Love“-Kapitänsbinde. „Das ist schlicht empörend. Wie vieles andere an der FIFA und dem FIFA Wold Cup“, twitterte Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zu einem entsprechenden Post des Deutschlandfunks Sport. „Wie unfassbar schade für die Sportler. Ich bin raus. Leider.“

Sieben europäische Nationen verzichten auf „One Love“-Kapitänsbinde

Alle sieben europäischen Nationen haben am zweiten WM-Tag aus Sorge vor Gelben Karten und Sanktionen auf das Tragen der „One Love“-Armbinde verzichtet. Nach Informationen setzte die Fifa die an der Kampagne für Menschenrechte und Vielfalt beteiligten Uefa-Teilnehmer stark unter Druck - und drohte mit sportlichen Sanktionen. Der Deutsche Fußball-Bund und die weiteren Verbände verzichten in Katar deshalb jetzt doch auf das symbolträchtige Stückchen Stoff.

Ex-Nationalspieler Hitzlsperger: „Wie erbärmlich?! Wie wäre es mit Regenbogen-Schnürsenkeln?“

Auch Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat Fifa-Präsident Gianni Infantino für die angedrohten Sanktionen im Zusammenhang mit der „One Love“-Kapitänsbinde kritisiert. „Infantino hat es sogar geschafft, die Mannschaften zu zwingen, die #OneLove-Binde nicht zu tragen. Wie erbärmlich?! Wie wäre es mit Regenbogen-Schnürsenkeln?“, schrieb der 40-Jährige am Montag bei Twitter.

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„Was ist die FIFA nur für ein unterirdischer Laden“

Aus der Politik gab es auch Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Noch ein Grund nicht zu schauen! #FIFAWorldCupQatar2022 und an @DFB, das ist echt schwach“, schrieb Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen). Ihr Parteikollege Konstantin von Notz schrieb ebenfalls bei Twitter: „Finde ich eine abstruse, falsche und beschämende Entscheidung. Was ist die #FIFA nur für ein unterirdischer Laden!“

Die FDP-Politikerin Renata Alt, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, sagte einer Mitteilung zufolge: „Dass der DFB und andere europäische Verbände sich dem Druck der FIFA unterwerfen und die One-Love-Binde nicht länger tragen werden, ist enttäuschend. Dass die FIFA aber mit Punktabzug für ein derartiges Bekenntnis zu Menschenrechten gedroht hat, ist skandalös. Menschenrechte sind universell gültig und keine politische Botschaft!“

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