1. Saarland

Angriff auf die Glut im Untergrund

Angriff auf die Glut im Untergrund

Brefeld. Unterwegs auf der Landstraße  127 in Richtung Quierschied, kurz vor der Kläranlage des EVS, sind sie rechter Hand durch noch laublose Bäume sehr gut sichtbar: die dichten Rauchschwaden auf der Brefelder Bergehalde. Am Montagmorgen treffen wir hier Vermesser Glock von der Firma Heitkamp. Unter anderem hat er ein Kohlenmonoxid-Messgerät bei sich

Brefeld. Unterwegs auf der Landstraße 127 in Richtung Quierschied, kurz vor der Kläranlage des EVS, sind sie rechter Hand durch noch laublose Bäume sehr gut sichtbar: die dichten Rauchschwaden auf der Brefelder Bergehalde. Am Montagmorgen treffen wir hier Vermesser Glock von der Firma Heitkamp. Unter anderem hat er ein Kohlenmonoxid-Messgerät bei sich. Es soll ihn schützen vor hohen Konzentrationen des gefährlichen Atemgifts. Das Unternehmen aus Herne und andere Spezialisten treffen letzte Vorbereitungen zum Löschen des Brandes. Etwa drei bis vier Meter unter der Erde, da frisst er sich durch, sagt Peter Steinmetz, Mitarbeiter der RAG Montan Immobilien GmbH. Sie regelt den weiteren Fortgang der Dinge (wir berichteten). Hubertus Lehnhausen indes erklärt für den SaarForst Landesbetrieb (SFL) als Eigentümer des Areals, dass seine Behörde alle Vorkehrungen getroffen habe. Bäume, die den Löscharbeiten im Wege standen, wurden gefällt, wie eine Ortsbesichtigung gestern Morgen zeigte. Nun liefen noch Abstimmungsgespräche mit der zuständigen Naturschutzbehörde, dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitssicherheit (LUA). Unter anderem, sagt Lehnhausen, gehe es darum, wie in ökologischer Hinsicht ein Ausgleich geschaffen wird für die Eingriffe in die Natur, die nun erfolgen. Darüber müsse man eben auch reden. Für die laufende Überwachung sei im Übrigen die RAG zuständig.

RAG-Mitarbeiter Peter Steinmetz erklärte am Montag, dass jetzt eine belastbare Trasse gebaut werde, über die schwere Baumaschinen wie etwa Bagger nach oben auf die Halde gelangen können. Schicht für Schicht wird dann das brennende Material abgetragen und gelöscht - durch Wasser, das man dem Fischbach entnimmt. Sein Unternehmen, sagt Steinmetz, rechne damit, dass das ganze Verfahren Mitte des Jahres beendet sein wird. Sofern die jetzige Einschätzung zutreffe, dass sich das Gekokel unter der Oberfläche nicht mehr als vier Meter tief ausgedehnt hat.

Im Herbst 2008 geriet die Brefelder Halde, die neben unbrauchbarem Gestein noch jede Menge Steinkohle birgt, in Brand. Bisher wurde das einige hundert Quadratmeter umfassende Gebiet rund um den Brandherd nahe der Oberfläche mit Wasser besprenkelt - durch Rohre, die ein paar Meter tief ins Innere getrieben wurden -, zum Zweck des Abkühlens.

Zum Löschen allerdings müssen nun andere Maßnahmen ergriffen werden. Was das Ganze in etwa kosten wird, dazu hat sich die RAG Montan Immobilien GmbH bisher nicht geäußert.