1. Saarland

Angenommen, es gäbe einen Orkan

Angenommen, es gäbe einen Orkan

St. Wendel. Das Frühstück mundet köstlich. In der THW-Unterkunft langen die Jugendlichen am Samstagmorgen tüchtig zu. In Abständen treffen über Funk Meldungen ein, auch die, dass sich ein Orkan dem Saarland nähert. Plötzlich gibt es Alarm

St. Wendel. Das Frühstück mundet köstlich. In der THW-Unterkunft langen die Jugendlichen am Samstagmorgen tüchtig zu. In Abständen treffen über Funk Meldungen ein, auch die, dass sich ein Orkan dem Saarland nähert.Plötzlich gibt es Alarm. Die Jungen springen auf, lassen das angebissene Brötchen und die halb gefüllte Tasse zurück, rennen nach draußen und steigen in die drei Einsatzfahrzeuge. Mit Blaulicht und Martinshorn geht es Richtung Oberlinxweiler. In der verlängerten Spiemontstraße, Richtung Steinbruch, haben Sturm und Wolkenbruch einen Erdrutsch verursacht und einen gerade vorbeifahrenden Radlader erfasst. Der Fahrer wird herausgeschleudert und unter Erdmassen begraben. Ein Fußgänger, der das Unglück beobachtet, rennt "Hilfe"-rufend in Richtung Oberlinxweiler und wird unterwegs von einem umstürzenden Baum getroffen.

Verwirrte Person irrt umher

Und noch eine weitere Unglücksnachricht kommt während des Einsatzes über Funk: Ganz in der Nähe irrt eine verwirrte Person ziellos umher. Sie muss gesucht werden. Die Jugendlichen machen sich sofort zielstrebig und so, wie sie es gelernt haben, an die Arbeit. Sie befreien den verschütteten Fahrer. Ein Greifzug hilft mit und zieht umgestürzte Bäume weg. Mit einem Hebekissen heben die Jungen den Baum an, unter dem eine Person eingeklemmt liegt. Eine Gruppe Jugendlicher macht sich auf die Suche nach der vermissten Person und findet sie total unterkühlt am Feldrand auf.

Gott sei Dank war das alles nur eine simulierte Katastrophensituation und die verunglückten Personen lediglich Puppen. Jugendbetreuer Frank Groß, der weitere fünf erwachsene THW-Helfer um sich geschart hatte, freute sich über den gelungenen Einsatz seiner Jugendlichen: "Ich war überrascht, wie schnell sie die Situation erkannt und die ihnen gestellten Aufgaben gelöst haben."

Die Stadt St. Wendel und die Basalt AG haben das Hilfswerk bei dieser Übung unterstützt. In regelmäßigen Abständen stehen beim St. Wendeler THW solche Übungswochenenden für den Nachwuchs an. Sie beginnen immer freitagsabends und dauern bis sonntags. Die Jugendlichen übernachten dabei in der THW-Unterkunft. gtr