1. Saarland

Am Wochenende eröffnet das Weingut Van Volxem in Wiltingen an der Saar

Winzer-Manufaktur an der Saar : Leuchtturmprojekt für die Weinregion

Am Wochenende eröffnet das Weingut Van Volxem in Wiltingen an der Saar seine neue Manufaktur. Am Sonntag heißt es: Tag der offenen Tür.

Es soll ein Haus für alle sein. Für Einheimische und Touristen, für Radler, Wanderer, Genussmenschen jeder Art, gerne auch für Schulklassen. „Wir wollen keine Hemmschwelle, wir streben nach Offenheit und Transparenz“, sagt der Bauherr und Besitzer des Weingutes Van Volxem, Roman Niewodniczanski. An diesem Samstag wird seine Manufaktur auf dem Schlossberg in Wiltingen eröffnet – von Malu Dreyer, der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz. Zirka 1200 geladene Gäste werden erwartet, der saarländische Sternekoch Alexander Kunz sowie etliche namhafte Kollegen wie Harald Wohlfahrt, Nils Henkel und Lea Linster werden auftischen. Am Sonntag folgt ein Tag der offenen Tür für die Bevölkerung, „wir gehen von rund 2000 Besuchern aus“, freut sich Niewodniczanski.

Der 2,03 Meter große Hüne hatte das Weingut Van Volxem 2000 übernommen und in die Weltspitze geführt. Inzwischen besitzt er rund 90 Hektar Weinberge, alles Steillagen, füllt pro Jahr 600 000 Flaschen ab. Für diese Betriebsgröße ist das Stammhaus mitten in Wiltingen inzwischen zu klein, deshalb entschloss sich der 51-Jährige zum Bau einer Manufaktur. „Das ist zweifellos die größte weinbauliche Investition der letzten Jahrzehnte in Deutschland“, sagt Niewodniczanski, wobei er sich bedeckt hält, wie groß die Investition letztlich war. In der Branche munkelt man von über zehn Millionen Euro, bestätigt ist dies allerdings nicht.

Auf jeden Fall ist der Neubau mitten im Weinbaugebiet der Saar zwischen Serrig und Trier ein Leuchtturmprojekt, das die Region weiter nach vorne bringen soll und wohl auch wird. Durch das Engagement von Niewodniczanski, Günther Jauch mit seinem Weingut von Othegraven und weiteren Spitzenwinzern ist die Saar mir ihren Rieslingen sowieso in aller Munde. Van Volxem habe gerade, so der Besitzer, Verträge in China, Singapur, Südkorea, Indien, dem Baltikum und Russland abgeschlossen, „wir liefern in diese Länder zukünftig viele zehntausende Flaschen.“

Die Manufaktur auf dem zwei Hektar großen Gelände besteht aus zwei Gebäuden, die unterirdisch miteinander verbunden sind. In einem langgezogenen Baukörper ist auf drei Ebenen die Produktion untergebracht und seit zwei Jahren erfolgreich in Betrieb. Für den Besucherbereich wurde ein turmähnlicher Baukörper errichtet. Im Keller befindet sich „das Herzstück der Anlage“, der große Holzfasskeller sowie der Raritätenkeller mit speziell gefertigen Edelstahltanks zur langsamen, schonenden Reife der besten Lagen. Im Erdgeschoss lädt eine schicke Vinothek zum Besuch ein (Di-Sa, 11-18 Uhr) und im ersten Stock folgt ein großer Proberaum mit drei riesigen Fenstern, das größte misst 5,50 mal 2,50 Meter. „Wenn man hier mit einem Glas Wein in der Hand steht, hat man das Gefühl, mitten in den Weinbergen zu sein“, schwärmt Niewodniczanski. In der Tat sind die Aussichten grandios, der Blick reicht zum berühmten Scharzhofberg und auf weitere große Lagen.