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Am Sonntag haben die Bürger das Wort

Am Sonntag haben die Bürger das Wort

Jetzt haben die Bürger das Wort. Am Sonntag sind knapp 184 000 Wahlberechtigte im Wahlkreis St. Wendel aufgerufen, die Zusammensetzung des neuen Bundestages mitzubestimmen. Zudem schicken sie einen von neun Bewerbern direkt in den Bundestag.

Zwei Stimmen hat jeder der knapp 184 000 Wahlberechtigten im Wahlkreis St. Wendel. Mit der Erststimme entscheidet er mit, welcher Kandidat die Region im Bundestag direkt vertritt. Und mit der Zweitstimme über die Zusammensetzung des Bundestages. Die Meinungsforscher sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kein Wunder, dass die Parteien um jede Stimme kämpfen.

Blickt man auf die Zahl derjenigen, die schon ihr Votum abgegeben haben, so scheint die Bundestagswahl an diesem Sonntag auf großes Interesse zu stoßen. Aus Wahlämtern in den Rathäusern ist zu hören, dass die Zahl der Briefwähler deutlich angestiegen ist.

Die meisten Bürger im St. Wendeler Land gehen allerdings nach wie vor an diesem Sonntag zur Wahl. Die Wahllokale haben von acht bis 18 Uhr geöffnet. Anschließend wird ausgezählt. Für den reibungslosen Ablauf in den 268 Wahlbezirken wollen mindestens 1900 Wahlhelfer sorgen.

Im Wahlkreis 298 St. Wendel, der 16 Kommunen umfasst, bewerben sich neun Direktkandidaten um das Bundestagsmandat. Das ist ein Bewerber mehr als in den anderen saarländischen Wahlkreisen. Erwartet wird ein Zweikampf zwischen der Amtsinhaberin Nadine Schön (CDU) aus Tholey und Christian Petry (SPD) aus Illingen. Schön hatte das Direktmandat bei der Bundestagswahl 2009 mit 40,1 Prozent der Stimmen erstmals seit Jahren für die CDU geholt, ihr Gegenkandidat Rainer Tabillion von der SPD kam auf 30,9 Prozent. Nadine Schön siegte mit einem Vorsprung von 12 817 Stimmen, dem größten in allen vier saarländischen Wahlkreisen. Der Linken-Bewerber Hans-Kurt Hill kam 2009 auf 16,5 Prozent.

2013 treten im Wahlkreis St. Wendel neun Kandidaten an. Neben Nadine Schön, CDU, und Christian Petry, SPD, sind dies Dennis Bard, Die Linke, aus Tholey, der Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic, FDP, aus Heusweiler, Iris Langguth, Grüne, aus Heusweiler, Gerd Rainer Weber, Piraten, aus Schiffweiler, Peter Rüdiger Richter, NPD, aus Saarbrücken, Johannes Trampert, AfD (Alternative für Deutschland) aus Lebach und Axel Magar, Partei der Vernunft, aus Tholey. Gewonnen hat der Kandidat, der die meisten Stimmen erhält. Bei den Zweitstimmen haben die Bürger sogar die Auswahl unter zwölf Parteien: CDU, SPD, Linke, FDP, Grüne, Familie, Piraten, NPD, MLPD, AfD, pro Deutschland und Freie Wähler. Die großen Parteien laden am Sonntag ab 18 Uhr zu Wahlpartys ein. Die CDU organisiert diese im Freizeithaus Mauritius in Tholey. Die SPD trifft sich in der Karlsbergklause in der Welschbachhalle in Illingen.

Zum Thema:

Auf einen BlickZum Wahlkreis 298 St. Wendel gehören alle Kommunen im Landkreis St. Wendel. Darüber hinaus: Eppelborn, Illingen, Merchweiler, Ottweiler und Schiffweiler aus dem Landkreis Neunkirchen, Schmelz und Lebach aus dem Landkreis Saarlouis, Heusweiler aus dem Regionalverband Saarbrücken. Bei den Zweitstimmen kam die SPD 2009 auf 25,4 Prozent (minus 8,1 Prozentpunkte), die CDU auf 34,6 Prozent (plus 1,1 Prozentpunkte), die Linke auf 19,2 Prozent (plus 2,2), die FDP auf 10,8 Prozent (plus 4), die Grünen auf 5,4 Prozent (plus 0,7). Die Piraten erreichten 1,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,2 Prozent (minus 5,1). vf