| 19:30 Uhr

Altmaier über „AKK“
„Sie hat die Herzen der Delegierten erreicht“

Freut sich mit der neuen Chefin der Bundes-CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer: Wirtschaftsminister und Saarländer Peter Altmaier.
Freut sich mit der neuen Chefin der Bundes-CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer: Wirtschaftsminister und Saarländer Peter Altmaier. FOTO: dpa / Wolfgang Kumm
Hamburg. Peter Altmaier (60) war nicht nur als Saarländer von Anfang an für Annegret Kramp-Karrenbauer. Sondern auch als bekennender Merkelianer. Entsprechend erfreut war der Wirtschaftsminister am Freitag am Rande des Hamburger CDU-Parteitages über den – wenn auch knappen – Ausgang der Abstimmung. Von Werner Kolhoff

Herr Altmaier, was hat am Ende den Ausschlag gegeben?


ALTMAIER Die große Glaubwürdigkeit, mit der Annegret Kramp-Karrenbauer in den letzten Wochen und auch hier in Hamburg für ihre Positionen geworben hat. Und die Entschlossenheit vieler Delegierter, die Positionierung der CDU in der Mitte nicht preis zu geben. Wir hatten drei sehr gute Kandidaten, aber am Ende hat Annegret Kramp-Karrenbauer die meisten überzeugt.

Haben Sie damit gerechnet, dass Friedrich Merz so viele Stimmen bekommt?



ALTMAIER Ich habe immer gewusst, dass es sehr, sehr knapp wird. Und auch, dass die Delegierten ihre Entscheidung anhand der Vorstellung der Kandidaten hier auf dem Parteitag treffen werden. Annegret Kramp-Karrenbauer hat das Herz der Delegierten gewonnen. Und das, obwohl sie als Generalsekretärin natürlich ganz anders in die Disziplin eingebunden war.

Zeigt das Ergebnis nicht auch eine Spaltung der Partei?

ALTMAIER Ich bin überzeugt, dass wir diese Spaltung vermeiden werden. Jeder der drei Kandidaten hat ein gutes Bild abgegeben. Und alle haben sich vor den Delegierten in die Hand versprochen, dass es zu dieser Spaltung nicht kommen wird. Sondern, dass sie gemeinsam am Erfolg der CDU arbeiten werden. Es ist in dieser großen Partei Platz für Vertreter unterschiedlicher Auffassungen.

Müssen Stil und Ansprache anders werden, um einen Teil der AfD-Wähler und zweifelnde Teile der CDU-Basis zurückzugewinnen?

ALTMAIER Jeder Parteichef, jede Parteichefin, hat das Recht, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Wir werden nächstes Jahr viele Wahlen haben, und dort werden wir unter Beweis stellen, dass wir der AfD etwas entgegenzusetzen haben. Ja, wir müssen über unsere Sprache nachdenken, wir müssen auch über Themen nachdenken, die wir vielleicht deutlicher akzentuieren müssen. Das ist eine permanente Aufgabe. Wir haben auch gesehen: Sobald der Streit zwischen CDU, CSU und SPD nachlässt, wie das in den letzten Wochen war, kommen die enttäuschten Wähler zurück. Hessen und Bayern haben ja gezeigt, wohin Zerstrittenheit führt.

Sie sind ein enger politischer Weggefährte von Angela Merkel. Was ist Ihr Gefühl heute?

ALTMAIER Es ist ein Gefühl der Dankbarkeit, dass ihre Ära als Parteivorsitzende so erfolgreich war und heute mit einer so großen Anerkennung durch die Delegierten zu Ende gegangen ist. Und der Entschlossenheit, sie weiter zu unterstützen, ihr Mandat als Bundeskanzlerin bis zum Ende dieser Wahlperiode auszuüben, so wie das die große Mehrheit der Menschen in Deutschland will.