Altes bewahren, Neues schaffen

Altes bewahren, Neues schaffen

Baustellen waren die bestimmenden Themen in dieser Woche. Das Haus Schaadt ist abgerissen, das ehemalige Möbelhaus Schmitt wird auch bald fallen. Und schon gibt es wieder Diskussionen, die es auch in vielen anderen Lebensbereichen gibt

Baustellen waren die bestimmenden Themen in dieser Woche. Das Haus Schaadt ist abgerissen, das ehemalige Möbelhaus Schmitt wird auch bald fallen. Und schon gibt es wieder Diskussionen, die es auch in vielen anderen Lebensbereichen gibt. Altes bewahren oder Neues schaffen? Was ist der bessere Weg? Wie kann man Zukunft schaffen, ohne die Vergangenheit loszulassen? Bis zu welchem Grad soll man Vergangenheit erhalten?Im Klartext heißt das: So mancher Bürger ist traurig, dass die historische Fassade des ehemaligen Möbelhauses abgerissen wird. Andere sehen darin aber eine Chance, Neues zu schaffen, einen Leerstand zu beseitigen.

Diese Diskussion nimmt immer mehr zu. Da auch die Probleme sichtbarer werden. Stichwort Demografie. Neulich hörte ich zwei Karnevalisten sich unterhalten. Tenor: Niemand will mehr etwas für den Verein machen; wenn das so weiter geht, stirbt das Kulturgut Fastnacht. Und schon war die Grundsatzdiskussion da: Die jungen Leute von heute haben einfach keine Lust mehr, etwas für die Gemeinschaft zu machen, sie sind sich ihrer Verpflichtung gegenüber Traditionen nicht bewusst. Haben nur noch ihren Computer im Kopf.

Schade, dachte ich mir. Zuerst. Aber dann dachte ich nach. Und kam zu dem Entschluss, dass die jungen Leute das Recht haben sollen, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen, die dann vielleicht zu Traditionen werden. Vielleicht bedauert man in 50 Jahren, dass es so einen Klassiker wie Facebook nicht mehr gibt. Oder dass man sich nicht mehr trifft, um Playstation zu spielen. Wer weiß? Was nicht heißen soll, dass es nicht schade ist um jeden Brauch, der verloren geht. Aber noch schlimmer als Neues zu schaffen, wäre doch, gar nichts zu tun.