Altersdurchschnitt steigt im Saarland besonders schnell - in St. Wendel ist der demografische Wandel besonders sichtbar.

Neue Studie : Altersschnitt steigt im Saarland besonders schnell

Gerade im Kreis St. Wendel ist der demografische Wandel laut einer neuen Studie spürbar: Dort stieg das Durchschnittsalter seit 1997 von 40,7 auf 47 Jahre.

(SZ/epd) Das Saarland ist vom demografischen Wandel stärker betroffen als die meisten anderen Regionen Deutschlands. Das geht aus einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die gestern veröffentlicht wurde. Demnach lag das Durchschnittsalter im Saarland 2017 bei 46,2 Jahren und damit zwei Jahre höher als bundesweit mit 44,2. In rund zwei Jahrzehnten, von 1997 bis 2017, wuchs das durchschnittliche Alter hierzulande um fünf, bundesweit dagegen um 3,9 Jahre.

Saarlandweit am jüngsten ist der Studie zufolge die Landesmetropole und Universitätsstadt Saarbrücken. Das Durchschnittsalter beträgt hier 45,1 Jahre und ist somit 3,2 Jahre höher als 1997. Umgekehrt legte der Landkreis St. Wendel nach der IW-Erhebung am schnellsten zu. Dort war der Durchschnittsbürger mit 47 Jahren 2017 saarlandweit am ältesten – ein Plus von 6,3 Jahren gegenüber 1997. Dahinter folgen die Bewohner des Saarpfalzkreises und des Landkreises Neunkirchen mit durchschnittlich 46,7 und 46,6 Jahren. Damit folgt das Saarland in etwa dem von den IW-Ökonomen beschriebenen bundesweiten Trend, wonach der Altersschnitt in ländlichen Regionen schneller steigt als in der Großstadt.

Angesichts der immer höher werdenden Altersstruktur im Saarland forderte gestern der Bundestagsabgeordnete der saarländischen Grünen und Sprecher für ländliche Räume, Markus Tressel, eine Demografie-Strategie der Landesregierung, die besonders für junge Menschen eine „Rückkehrperspektive“ eröffne, indem sie „Experimente von Raumpionieren zulasse und die regionale Wirtschaft“ stärke. Die AfD-Fraktion kritisierte eine „Vogelstraußpolitik“ der Landesregierung und verlangte unter anderem die Stärkung des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes sowie die Beseitigung des Investitionsstaus.

Bundesweit bleiben deutsche Großstädte der IW-Studie zufolge weitgehend gleich jung oder werden sogar jünger. Eine besonders deutliche Verjüngung beobachteten die Studienautoren dabei in Frankfurt am Main: Dort sank das mittlere Bevölkerungsalter von 41,5 (1997) auf 40,6 Jahre (2017). Am schnellsten alterte dagegen die thüringische kreisfreie Stadt Suhl von 40,1 auf 50,3 Jahre im selben Zeitraum. Die IW-Experten stellten außerdem ein Ost-West-Gefälle fest. Demnach liegen die zehn Regionen mit den höchsten Altersdurchschnitten in Ostdeutschland (49,1 bis 50,3 Jahre), die mit den jüngsten in Westdeutschland (40,1 bis 41,1 Jahre).

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