1. Saarland

Alte Schinken aus den 60er Jahren

Alte Schinken aus den 60er Jahren

Die Band The Ipcress ist mittlerweile fast schon eine Institution. Ihr Repertoire ist beim Publikum bestens bekannt, aber das tut den Konzerten keinen Abbruch – im Gegenteil. Auf bestimmte Titel warten die Zuhörer.

Sie können so oft wie sie wollen im Alten Völklinger Bahnhof aufspielen, und es wird einfach nicht langweilig. Die einstigen Pennäler "Kriko" Christoph Gottschalk, "Grobix" Klaus-Peter Grob, "Larry" Achim Schank, Django Faas, "Sheriff" Wegel und "Mibi" Michael Bitz, die jetzt als gestandene Männer mit The Ipcress, meist unterstützt von Saxofonistin Andrea Zirbes-Horr, die Hits aus ihrer Jugendzeit rocken. Und so war auch am Donnerstag der Kaisersaal des Alten Bahnhofs bei der jüngsten Auflage der Tuesday-Station-Music (TSM) so voll wie schon lange nicht mehr. Ipcress-Kopf und TSM-Macher Kriko Gottschalk hatte es am Abend eilig, die Konzertpause zu beenden. Ein Dutzend Titel standen da noch auf dem Programm. Von "Born to be wild" bis zum Schlusstitel "Magic Carpet Ride" und der unvermeidlichen Zugabe. "Das ist von unserem Bassisten Larry Schank", so Gottschalk in seiner Ansage zum Titel "Julia Rainbow". Diese Songs des Bassers gehören längst zum Ipcress-Repertoire und sind auch beim Publikum so beliebt wie die alten Schinken, die überwiegend aus den 1960er Jahren stammen. Eine Überraschung hatten die Ipcress mit einem jazzigeren Titel, dem "Moondance" einstudiert.

Nebenbei werden die Ipcress-Auftritte mehr und mehr zum Ausflug ins Instrumenten-Museum. Neben der Hammond-Orgel ist Grobix' Talkbox ein Hingucker und Hinhörer. Über einen Plastikschlauch leitet er den Gitarrensound in seinen Mund, mit dem er den Klang dann noch einmal verändern kann, wie über das Mikrofon bei "Show me the Way" zu hören war. Django spielt einen McCartney-Bass. Und dann war da noch das Saxofon von Andrea Zirbes-Horr. "Ein Selmar Reference 54", wie sie stolz erklärt. Ein Nachbau des zwischen 1954 und 1973 gebauten "Mark VI". "Das klingt besonders rauchig und rockig, und passt somit ausgezeichnet zur Musik von Ipcress", meint sie. Stimmt. Und Krikos Eile hat sich dann noch ausgezahlt, fast alle Titel hatten er und seine Kollegen durchgebracht.