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Als es in Freisen einen Vulkan gab

Als es in Freisen einen Vulkan gab

Gleich vier Experten führten am vergangenen Sonntag neugierige SZ-Leser rund um den Hellerberg in Freisen. Auf dem 6,7 Kilometer langen Achatwanderweg gewährten sie den Wanderern einen Einblick in die geologische Geschichte.

Für die etwa 30 dick eingemummten und mit Regenschirmen ausgestatteten Wanderer war es kaum vorstellbar, dass in Freisen einmal wüstenähnliche Zustände herrschten. Doch Thomas Schu hatte einen Beweis dafür: die rote Färbung der Steine. Gemeinsam mit drei weiteren Experten übernahm der Geologe die Leitung der Wanderung auf dem Achatweg und informierte über die Entstehung der spektakulären Natur rund um Freisen.

"Der Geopfad wurde 2011 eröffnet. Wir haben uns damals sehr bemüht, ihn so informativ wie möglich zu gestalten. Ein Wissenschaftler, der sich darauf spezialisiert hat, Geothemen öffentlichkeitswirksam aufzuarbeiten, hat uns dabei geholfen," erzählte Achim Später, der selbst am Weg und den zehn Informationstafeln mitgearbeitet hat. Der Diplom-Geograf kennt die Strecke wie seine eigene Westentasche und erklärte, was der Pfad zu bieten hat: "Vor etwa 290 Millionen Jahren gab es in Freisen mal einen Vulkan. Davon kann man heute leider nichts mehr erkennen, aber er hat die Erdgeschichte an einigen Stellen sichtbar werden lassen, wie durch ein Fenster. Der Achatwanderweg führt genau an diesen Stellen vorbei."

Start der Wanderung war die Kompostieranlage in Freisen. Von dort ging es weiter zum Steinbruch "Schassewitt", wo früher Andesit abgebaut und zu Schotter verarbeitet wurde. Anschließend führte der Weg auf den Trautzberg und weiter über die Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz. Nach einer kleinen Schleife ging es wieder zurück ins Saarland zum Steinbruch Hellerberg.

Efi Zart wanderte den Pfad das erste Mal: "Ich habe mir schon seit Längerem vorgenommen, hierher zu kommen. Als ich dann in der Zeitung gelesen habe, dass die Wanderung von Geologen betreut wird, habe ich beschlossen, heute mitzugehen." Die Primstalerin arbeitet als Gästeführerin am Hunnenring und interessiert sich sowohl beruflich als auch privat für Geologie. Besonders freute sie sich auf die "Basaltrose", eine etwa 15 Meter hohe Felsenkugel aus Andesit-Gestein. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie die Rose entstand. "Es gab mal einen Lavastrom, der stecken geblieben ist, sich dann abgekühlt hat und heute aussieht, wie eine aufgesplitterte Kugel, oder eben eine Rose. Warum die Lava in dieser Form stehen blieb, ist ein Rätsel," meinte Achim Später. Das mächtige Gebilde befindet sich auf der zweiten Abbausohle des ehemaligen Steinbruchs und ist die Hautattraktion auf der 6,7 Kilometer langen Wegstrecke.

Auch SZ-Leser Matthias Diehl gefiel die mysteriöse Felsformation am besten, er kannte den Geopfad schon: "Wir waren damals bei der Eröffnung dabei, weil meine Frau die Informationstafeln mitgestaltet hat. Die Wanderung heute haben wir meiner Mutter zum Muttertag geschenkt."

Nach knapp drei Stunden kamen dann alle Teilnehmer müde, aber um einige Erfahrungen reicher am Ziel an. Neben Achim Später und Thomas Schu haben auch die Geologen Christoph Wettmann und Friedwalt Weber eifrig die Fragen der Wanderer beantwortet. Vier Mitglieder des DRK-Ortvereins sorgten für die Sicherheit und begleiteten die Gruppe.

Die Teilnahmegebühr betrug fünf Euro, der Erlös wird an die SZ-Aktion "Hilf-Mit!" gespendet.