Als die Alarmsirene den Hornisten vertrieb

Als die Alarmsirene den Hornisten vertrieb

Urexweiler. Viele Jahrhunderte halfen sich die Menschen in Urexweiler untereinander, wenn in einem Haus ein Brand ausgebrochen war. Erst 1907 wurde im Dorf eine Pflichtfeuerwehr gegründet, die 20 Jahre existierte. Zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr kam es am 30. Juli 1927 im Lokal Johann Nicolaus Recktenwald

Urexweiler. Viele Jahrhunderte halfen sich die Menschen in Urexweiler untereinander, wenn in einem Haus ein Brand ausgebrochen war. Erst 1907 wurde im Dorf eine Pflichtfeuerwehr gegründet, die 20 Jahre existierte. Zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr kam es am 30. Juli 1927 im Lokal Johann Nicolaus Recktenwald. Dort versammelten sich 40 Bürger, wählten einen Vorstand und einen Brandmeister, Gruppenführer, Sanitäter und Verantwortliche - und einen Hornisten, der beim Ausbruch eines Feuers sein Horn betätigten musste. Unter Brandmeister Robert Guthörl entwickelte sich die neue Schutzeinheit so gut, dass neue Mitglieder erst aufgenommen werden konnten, wenn es vorher Austritte gegeben hatte. 1928 beschloss der Gemeinderat, die alte Feuerspritze durch neue Löschgeräte zu ersetzen. Ihre erste Bewährungsprobe bestand die Feuerwehr, als 1931 im Anwesen von Nikolaus Krämer ein Brand ausgebrochen war. Der 1927 gewählte Hornist konnte schon 1931 sein Amt aufgeben, als auf dem Dach der Schule gegenüber dem Pfarrhaus eine Alarmsirene installiert wurde. Nachdem die Nationalsozialisten 1933 ein neues Gesetz erlassen hatten, wurde die Feuerwehr zu einem Polizeiorgan und nannte sich Feuerlöschpolizei. Mühevoll war der Neuaufbau der Wehr in den ersten Nachkriegsjahren. Willi Staub übernahm das Amt des Wehrführers. 1952 begann am Kirchhübel der Bau eines neuen Gerätehauses, das 1953 eingeweiht werden konnte. Ein Jahr später wurde eine neue Motorspritze angeschafft. 1961 kam ein neues Löschfahrzeug nach Urexweiler, ein LF 8. Sechs Jahre später wurde es bei einem Sturmeinsatz schwer beschädigt.Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Gründung einer Jugendwehr im Jahre 1973. Werner Huber, Heinz Broy und Peter Recktenwald waren bis 2007 ihre Betreuer. Dann folgte Gabi Kessler, die ihr Amt bis heute ausübt. Seit 1974 gehört Urexweiler als Löschbezirk zur Feuerwehr Marpingen. Das Gerätehaus ist in den Jahren 1977/78 umgebaut und erweitert worden. 1990 wurde ein neues Löschfahrzeug mit einem 800-Liter-Wassertank in Dienst gestellt. 2004 löste ein Tourbo-Daily mit 145 PS und einer umfassenden technischen Ausrüstung den alten Gerätewagen von 1996 ab. 2010 erhielt der Löschbezirk einen neuen hydraulischen Rettungssatz, der bei der technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen eingesetzt wird. Löschbezirksführer Peter Schreiner sagt: "Wir haben eine ausgezeichnete Kameradschaft und halten sehr gut zusammen. Die Jugendwehr ist unser Lichtblick, sie lässt uns für die Zukunft hoffen." "Wir haben eine ausgezeichnete Kameradschaft und halten sehr gut zusammen."

Feuerwehrchef Peter Schreiner

Auf einen Blick

Die Führungsmannschaft des Löschbezirks Urexweiler der Freiwilligen Feuerwehr Marpingen: Löschbezirksführer Peter Schreiner, stellvertretender Löschbezirksführer Thomas Recktenwald, Kassierer Marco Hoffmann, Schriftführer Karsten Huber, Jugendbetreuerin Gabi Kessler.

Mitglieder: 24 Aktive, elf in der Altersabteilung, zwölf in der Jugendwehr, rund 30 Inaktive.

Das Programm der Geburtstagsfeier am und im Gerätehaus: Samstag, 2. Juni: 20 Uhr Dämmerschoppen mit Musik. Sonntag 3. Juni: zehn Uhr Frühschoppen, zwölf Uhr Mittagessen, 14 Uhr Kinderprogramm, unter anderem mit Hüpfburg und Basteln. Ganztags Informationsstände des Kreisfeuerwehrverbandes, außerdem Fahrzeug- und Geräteschau. gtr

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