1. Saarland

Alles für die kleine Modell-Welt

Alles für die kleine Modell-Welt

Bliesen. "Geld müsste man haben", meinte nachdenklich ein 14-jähriger Junge, der an einem reich bestückten Tisch bei der Kauf- und Tauschbörse der Bliesener Modellbahnfreunde nacheinander kleine Loks und Waggons in seine Hand genommen und wieder in die Schachteln zurückgelegt hatte. Dann sagte er hoffnungsvoll zu seinem Freund: "Na ja, es ist ja bald Weihnachten

Bliesen. "Geld müsste man haben", meinte nachdenklich ein 14-jähriger Junge, der an einem reich bestückten Tisch bei der Kauf- und Tauschbörse der Bliesener Modellbahnfreunde nacheinander kleine Loks und Waggons in seine Hand genommen und wieder in die Schachteln zurückgelegt hatte. Dann sagte er hoffnungsvoll zu seinem Freund: "Na ja, es ist ja bald Weihnachten." Alles, was das Herz des Modellbauers begehrt, war auf dieser Börse zu haben, die von privaten und gewerblichen Händlern aus dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz beschickt wurde. Zukaufen, die Anlage im Hobbyzimmer erweitern und Defektes austauschen wollten die Besucher, die aus der ganzen Region kamen. Loks und Wagen der gängigen Hersteller, neu und gebraucht, wurden zu hunderten offeriert.

Viel Auswahl

Ganze Bündel von Schienen aller Spurweiten, Weichen, Kreuzungen, Signale und Tunnels weckten das Interesse. Wer seine Anlage mit einer hübschen Stadt rund um den Bahnhof ergänzen wollte, hatte in Bliesen die freie Auswahl. Es gab Fachwerkhäuser, Rathäuser, Kaufhäuser und Berge von Plastikbäumen zum Gestalten. Autos, Müllfahrzeuge, Trucks und Betonmischer waren teilweise für wenig Geld zu bekommen.

Raritäten - vor allem Lokomotiven - kosteten allerdings manchmal gut und gerne einen oder zwei Hunderter. In Extrakästen lagen winzige Ersatzteile wie Kupplungen und kleinste Lampen. Ein Modellbahnfan bot einen ganzen Karton mit älteren Sachen als Anfängerset für nur 20 Euro an. Und die gute alte Lehman-Eisenbahn mit ihren historischen Loks und Wagen konnte gekauft werden.

Mittendrin hatte der Modellbauclub Freisen große und kleine Anlagen aufgebaut, auf denen sich unaufhaltsam Züge bewegten.

So zog eine Dampflok mit täuschend ähnlich nachgemachten Fahrgeräuschen mit viel Mühe einen Güterzug mit zwölf Wagen über die Rundstrecke. Auch an das Interesse der Besucher an anderen Sachen war gedacht worden. Die Händler boten zum Beispiel Bücher und DVDs mit Führerstandsmitfahrten an. Spielsachen waren besonders für die Kinder interessant. An einem Tisch stand sogar die gute alte Dampfmaschine mit einer Transmission, wie sie früher das Christkind den Jungen gebracht hat.

Bereits in knapp zwei Wochen haben die Bliesener Modellbahnfreunde wieder eine Veranstaltung anzubieten. Am Samstag, 27. Oktober, läuft von 18 bis 24 Uhr im Clubraum im Haus Gillen die "Lange Nacht der Eisenbahnen".

Hintergrund

Die Modellbahnfreunde Bliesen sind 25 Jahre alt geworden. Gegründet wurde der Verein 1987 unter dem Namen Modelleisenbahnfreunde Namborn. Ab dem Jahre 2000 beschränkten sich die Mitglieder auf der Suche nach einem neuen Domizil nicht mehr nur auf Namborn. 2001 bezogen sie einen Raum im Haus Gillen in Bliesen. Entsprechend des erweiterten Betätigungsfeldes nannte sich der Verein in Modell- und Dampfeisenbahnfreunde Bliesen-Namborn um. Die unterschiedlichen Interessen der Modelleisenbahner einerseits und der Namborner Gartenbahner andererseits führten 2003 zur Abspaltung. Seit dieser Zeit nennt sich der Verein Modellbahnfreunde Bliesen. Die Mitglieder haben schon immer an privaten Anlagen gearbeitet. Dabei lag der Schwerpunkt im Märklin-H0-System. 1997 fanden sich einige Freunde der Spur Z zusammen, um gemeinsam eine Modulanlage zu bauen. 1997 und 2002 wurden in Bliesen große Ausstellungen organisiert. Glanzlichter waren die Teilnahmen an Ausstellungen in Köln, Dortmund, München und Leipzig. Zurzeit wird an einer Märklin-H0-Anlage gearbeitet, die digital gesteuert wird. Mit dieser Anlage will der Verein demnächst große Modellbaumessen besuchen. gtr