1. Saarland

Alleen-Projekt im Ostertal geht los

Alleen-Projekt im Ostertal geht los

Marth/Bubach. Der "Tag des Baumes" am vergangenen Freitag war vom Bund Naturschutz Ostertal (BNO) ganz bewusst ausgesucht worden, um in das von ihm vorgeschlagene Alleenprojekt im mittleren Ostertal einzusteigen

Marth/Bubach. Der "Tag des Baumes" am vergangenen Freitag war vom Bund Naturschutz Ostertal (BNO) ganz bewusst ausgesucht worden, um in das von ihm vorgeschlagene Alleenprojekt im mittleren Ostertal einzusteigen. Mitglieder des BNO pflanzten an der Bundesstraße 420, am Ortsausgang von Marth in Richtung Selchenbach beziehungsweise Osterbrücken, einen etwa sieben Jahre alten Bergahorn. Er soll die in den 70er Jahren angelegte Bergahornallee ergänzen. Auf Anregung des saarländischen Umweltministeriums hatte der BNO in den zurückliegenden Monaten alle bestehenden Alleen entlang der B 420 und der Landstraße 122 kartiert, die saniert, ergänzt oder erneuert werden müssen. Außerdem schlug er die Anpflanzung weiterer Bäume vor. Für seine Ideen fand er in Saarbrücken ein offenes Ohr. Der Landesbetrieb für Straßenbau wird sich nun in diesem und im nächsten Jahr des Projektes annehmen. Als ökologisch sinnvoll, kulturhistorisch wertvoll und als äußerst ästhetisch bezeichnete der saarländische Staatssekretär im Umweltministerium, Rainer Grün, die einst angelegten Alleen. Im Ostertal hätten solche baumbestandene Straßen eine besondere Bedeutung. In Deutschland gebe es rund 23000 Kilometer Alleenstraßen. Ihr Bestand sei jedoch stark gefährdet, weil er teils überaltert sei, Bäume oft nicht nachgepflanzt worden seien und weil der Straßenausbau Bäume reihenweise gekostet hätte. Gunter Kreutz vom Landesbetrieb für Straßenbau hat ausgerechnet, dass es im Saarland noch rund 50 Kilometer Straßen mit Alleencharakter gibt. Neuanpflanzungen seien wegen verkehrsrechtlicher Bestimmungen sehr schwer geworden, was auch mit dem Grunderwerb zusammenhänge. In diesem und im nächsten Jahr werde der Landesbetrieb versuchen, das Alleenprojekt im mittleren Ostertal umzusetzen und in die Neupflanzungen und Sanierungen rund 80000 Euro investieren. "Sicher wird nicht alles machbar sein, was sich der BNO wünscht, aber wir tun, was wir können", sagte Gunter Kreutz. Die rund 20 Gäste, die bei dem Pflanzen des Baumes anwesend waren, wurden von Jürgen Mennig, einem der Vorsitzenden des Vereins, willkommen geheißen.BNO-Vorstandsmitglied Peter Volz stellte das Alleenprojekt anschließend im Bubacher Vereinsheim per Bildprojektion vor. Nach einem Blick in die Vergangenheit wurden den Besuchern Luftaufnahmen präsentiert, auf denen die Projekte anschaulich gemacht wurden. Vorgesehen sind die Straßenabschnitte von Dörrenbach über Werschweiler bis Saal, von Marth bis zum Klingelberger Hof, von Osterbrücken nach Hoof und von Osterbrücken nach Haupersweiler. Mit einbezogen werden soll auch der alte Weg von Selchenbach nach Osterbrücken. Im Volksmund wird er "Bahnhofstraße" genannt, weil er von den Selchenbacher Bürgern einst als Weg zum Bahnhof Osterbrücken genutzt wurde. gtr