"Alle wollen weiter mitmachen"

"Alle wollen weiter mitmachen"

St. Wendel. Was haben der im Bau befindliche Nachbau eines römischen Pfeilergrabes im Wareswald, das Solarkataster des Landkreises St. Wendel, der Hofladen auf dem Wendelinushof oder die geplante Schaumetzgerei auf dem Hofgut Harschberg miteinander zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nichts. Auf den zweiten viel: Denn es sind alles Projekte, die die Kulturlandschaftsinitiative St

St. Wendel. Was haben der im Bau befindliche Nachbau eines römischen Pfeilergrabes im Wareswald, das Solarkataster des Landkreises St. Wendel, der Hofladen auf dem Wendelinushof oder die geplante Schaumetzgerei auf dem Hofgut Harschberg miteinander zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nichts. Auf den zweiten viel: Denn es sind alles Projekte, die die Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Kulani) mit Geldern der Europäischen Union fördert und unterstützt.Mit dem regionalen Entwicklungskonzept Lokalwarenmarkt St. Wendeler Land der Kulani ist der Landkreis eine von drei Modellregionen im Saarland, die mit Mitteln der EU gefördert wird. In der aktuellen Förderperiode sind es 2,2 Millionen Euro. Im St. Wendeler Land ist es die zweite Förderperiode, sie läuft fünf Jahre bis 2013. Bis 2015 müssen alle geförderten Vorhaben abgeschlossen sein.Hinter dem Konzept des Lokalwarenmarktes verbirgt sich die Idee, dass die natürlichen Ressourcen und das kulturelle Erbe in der Region durch die heimische Bevölkerung besser genutzt und vermarktet werden. Lokale Waren werden im St. Wendeler Land produziert, in der Region ver- und von den Menschen hier gekauft.

Und zu lokalen "Waren" gehören nicht nur Lebensmittel, sondern auch kulturelle und geschichtliche Besonderheiten.

"Drei Handlungsfelder bilden den Schwerpunkt unserer Arbeit", erklärt Werner Feldkamp, Vorsitzender der Kulani im SZ-Gespräch, an dem auch sein Stellvertreter Thomas Gebel und Schatzmeister Bernhard Müller teilnehmen.

Im ersten Handlungsfeld geht es darum, die natürlichen Ressourcen zu nutzen. Dahinter verbirgt sich der bekannte Lokalwarenmarkt. 50 Partnerbetriebe hat die Kulani inzwischen. Diese vermarkten ihre Produkte in den Hofläden auf dem Wendelinushof und dem Harschberger Hof, einem Lokalwaren-Shop in Sotzweiler und über mobile Verkaufsstellen. "Das Shop-Angebot wollen wir ausbauen", sagt Feldkamp. "Auch mit Blick auf den Ferienpark. "Wir brauchen auch mehr Partnerbetriebe", ergänzt Thomas Gebel. Mit drei Bäckern sei man in konkreten Verhandlungen.

Mit den Partnern habe man eine Zwischenbilanz gezogen. Das Ergebnis, so Feldkamp: "Alle Investitionen im Zusammenhang mit dem Lokalwarenmarkt haben sich gelohnt. Alle wollen weiter mitmachen." Einige Betriebe seien sogar am Limit ihrer Produktion.

Mit dem Besuch verschiedener Herbstmärkte, der Einweihung der Schaumetzgerei auf dem Hofgut Harschberg sowie einem Höfeflyer will die Kulani den Lokalwarenmarkt weiter voranbringen.

In das Handlungsfeld natürliche Ressourcen gehört aber auch das Kulani-Programm ländlicher Energiemix. Hier hat die Initiative den Aufbau des Solarkatasters mit unterstützt. Von Freitag, 2. September, bis Anfang Oktober, hat Kulani eine Ausstellung "Ländlicher Energiemix" in der Geschäftsstelle auf dem Wendelinushof organisiert. Beim zweiten großen Handlungsfeld geht es um die Inwertsetzung des kulturellen Erbes. "St. Wendeler Land steinreich" ist das Motto dieses Kulturprogrammes. Breiten Raum nimmt in dieser Förderperiode die Aufarbeitung der 2500 Jahre alten Geschichte der Region ein. In mehreren Seminaren an der Europäischen Akademie in Otzenhausen stehen verschiedene Epochen im Mittelpunkt. So am kommenden Wochenende die Epoche der Kelten.

Mit dem dritten großen Handlungsfeld soll die Bevölkerung für das Entwicklungskonzept gewonnen werden. Dabei setzt die Kulani vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Schulen der Region. Ziel ist es, die Kinder mit attraktiven Angeboten für die Region, ihre Natur und Kultur zu begeistern.

Hintergrund

Trotz vieler positiver Nachrichten, beschäftigt sich der Vorstand mit einem Problem. Um die Geschäftsstelle über den Herbst 2013 zu finanzieren, fehlen 150 000 bis 200 000 Euro. "Damit es weitergeht, müssen wir diese Lücke schließen", so Bernhard Müller. Dies sei auch wichtig, weil man sich für die nächste Förderperiode ab 2014 bewerben wolle und die laufenden Projekte ja erst bis 2015 abgeschlossen sein müssen. vf