Kranke Kinder : Alle Saar-Ärzte fordern Schulfach Gesundheit

Kranke Kinder : Alle Saar-Ärzte fordern Schulfach Gesundheit

Saar-Schüler sollen mehr über Gesundheit lernen, fordern Ärzte. Die Regierung will aber kein neues Schulfach.

Die Ärztekammer des Saarlandes hat eine Offensive für Gesundheitswissen und gesunden Lebensstil an Schulen des Landes gefordert – vom Kultusministerium aber eine eher verhaltene Reaktion erhalten. Unter anderem regte die Kammer am Wochenende ein eigenes Schulfach „Gesundheit“ an Saar-Schulen an. Daneben forderte die Ärzte-Vertretung die Wiedereinführung der dritten wöchentlichen Sportstunde. Damit sollte dem  wachsenden Problem Übergewicht begegnet werden, das vor allem sozial benachteiligte Kinder treffe.

 „Je früher wir Kindern eine gesunde Lebensweise vermitteln und sie dafür begeistern, desto besser“, erklärte Ärztekammer-Präsident Josef Mischo.   In einem Schreiben an  Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) habe die Kammer eine gemeinsame Initiative angeregt. Die Ärzteschaft könne ihr Wissen  zur Verfügung stellen und Mediziner unter anderem zur Unterstützung des Unterrichts vermitteln. Neben dem Schulfach „Gesundheit“ seien auch projektbezogener Unterricht oder Unterrichtseinheiten zu Gesundheits-Themen denkbar. Diese sollten Teil der Lehrer-Ausbildung und  Lehrplänen sein.

Kammer-Chef Josef Mischo und Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot. Foto: aÑrztekammer des Saarlandes/Susanne Kempf

Die saarländische Bildungs-Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot (SPD) reagierte reserviert auf den Vorstoß der Ärzteschaft. „Gesundheitsthemen lassen sich nicht in einem einzigen Schulfach abbilden“, erklärte sie auf SZ-Anfrage. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Initiativen und Vereinen sei mindestens genauso wichtig. Bereits heute fänden sich Themen wie gesunde Ernährung, Bewegung oder Gewaltprävention in den Lehrplänen und dem Bildungsprogramm der Kitas wieder. „Unsere Bildungseinrichtungen sind damit genau der richtige Ort, Kindern und Jugendlichen diese Themen näher zu bringen“, sagte sie.