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Alle Premium-Wege auf Sicherheit überprüft

Alle Premium-Wege auf Sicherheit überprüft

Saarbrücken. Nach dem tödlichen Unfall eines 60-Jährigen auf einem Premium-Wanderweg bei Losheim im September vergangenen Jahres sind die insgesamt 56 Premium-Wanderwege im Saarland auf ihre Sicherheit überprüft worden. Das geht aus Angaben des Umweltministeriums für den Bereich des Staatsforsts sowie aus Mitteilungen der Landkreise und der Tourismuszentrale des Saarlandes hervor

Saarbrücken. Nach dem tödlichen Unfall eines 60-Jährigen auf einem Premium-Wanderweg bei Losheim im September vergangenen Jahres sind die insgesamt 56 Premium-Wanderwege im Saarland auf ihre Sicherheit überprüft worden. Das geht aus Angaben des Umweltministeriums für den Bereich des Staatsforsts sowie aus Mitteilungen der Landkreise und der Tourismuszentrale des Saarlandes hervor. Wanderer dürfen somit von sicheren Wegen ausgehen.Der 60-Jährige hatte sich bei einer Rast auf dem Premium-Wanderweg "Der Bergener" an eine Holzbalustrade über einem Abgrund gelehnt. Als diese nachgab, stürzte der Mann in den Tod. In der Folge hatten Kreise und Kommunen sowie der Saarforst die Premium-Wanderwege im Saarland auf mögliche Sicherheitsmängel überprüft. Mitte November hatte die Tourismuszentrale Saarland zudem einen Workshop zum Thema "Sicherheit auf Wanderwegen" durchgeführt. Teilgenommen hatten daran Vertreter aus der Touristik, des Umweltministeriums, des Saarwaldvereins, der Kommunen und Landkreise, des Deutschen Wanderinstituts und Fachreferenten des Tüv Saarland, des Rettungszweckverbandes und des Gemeindeversicherungsverbandes. Gemeinsam seien dabei Grundlagen für ein Sicherheitskonzept auf Wanderwegen erarbeitet worden, teilte Klaus Wallach von der Tourismuszentrale mit. Ein daraus resultierender Sicherheitsleitfaden soll allen saarländischen Kommunen in den nächsten Wochen zur Verfügung gestellt werden. Empfohlen werde darin unter anderem das Aufstellen von Kilometermarken entlang der Wege, so dass Wanderer im Notfall möglichst genau ihren Aufenthaltsort beschreiben können. Außerdem solle möglichst alle zwei bis drei Kilometer ein Rettungspunkt angelegt werden - sprich: Zufahrtsmöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge. Modellhaft solle dies bereits beim Saar-Hunsrück-Steig umgesetzt werden, so Wallach. Die nicht verbindlichen Empfehlungen des Sicherheitsleitfadens geben auch Direktiven für die Anlage von Rastplätzen und Einrichtungen entlang des Weges. So soll der Umkreis von Rastplätze etwa frei von altersschwachem Gehölz gehalten werden. Hütten, Treppen, Leitern und Geländer sollen vom Tüv regelmäßig überprüft werden.

Unabhängig von dem tragischen Unfall im September 2012 war eine Überprüfung der Wanderwege bereits nach einem Urteil des Oberlandesgerichts aus dem Jahr 2011 notwendig geworden. Demnach müssen Waldbesitzer einer so genannten Verkehrssicherungspflicht nachkommen, um Haftungsrisiken auszuschließen. So müssen Gefahrenquellen wie etwa morsche Äste, die abbrechen und einen Wanderer verletzen könnten, beseitigt werden. Premium-Wanderwege führen allerdings mancherorts durch so genannte Naturwaldzellen, in denen aus Naturschutzgründen ein natürlicher Verfallsprozess der Bäume ausdrücklich vorgesehen ist. Ein Runder Tisch im Umweltministerium mit Vertretern von Naturschutzorganisationen, Kommunen, Tourismusverband sowie öffentlichen und privaten Waldbesitzern hatte sich bereits Anfang September vorigen Jahres darauf verständigt, dieses Problem anzugehen. Konkrete Folgen hatte dies nun beim Premium-Wanderweg "Lücknerweg" bei Losheim. Hier wurde Anfang des Jahres die Streckführung geändert, um den sensiblen Bereich der Naturwaldzelle "Geisweiler Weiher" zu schützen, wie das Umweltministerium mitteilte.