1. Saarland

"Alle, die hier waren, wollten wiederkommen"

"Alle, die hier waren, wollten wiederkommen"

Saarbrücken/Jägersfreude. "Gesundheitliche und wirtschaftliche Gründe zwingen mich zum Aufhören", bedauert Eckstein, der von allen nur liebevoll Ecki genannt wird. 2001 hatte Ecki das Holzhauser übernommen und auf Multifunktions-Gastronomie gesetzt: Kegelbahn, Fremdenzimmer, Konzerte

Saarbrücken/Jägersfreude. "Gesundheitliche und wirtschaftliche Gründe zwingen mich zum Aufhören", bedauert Eckstein, der von allen nur liebevoll Ecki genannt wird. 2001 hatte Ecki das Holzhauser übernommen und auf Multifunktions-Gastronomie gesetzt: Kegelbahn, Fremdenzimmer, Konzerte. In zwei Jahren hätte das rustikale Traditionsgasthaus sein hundertjähriges Bestehen gefeiert. Dazu kommt's nun nicht mehr: Ecki, der auf jeden Fall in Jägersfreude wohnen bleiben möchte, will den Sommer nutzen, um die gutbürgerliche Kneipe mit dem großen Veranstaltungssaal zu Wohnraum umzubauen. Über die Jahre sei' s immer ruhiger geworden, erklärt er, der Kneipenbetrieb allein rentiere sich kaum noch. Außerdem braucht ein Wirt Kondition, die ihm momentan leider fehlt. Schonung ist angesagt: Im Januar hatte Ecki, Jahrgang 1954, seinen dritten Herzinfarkt - der muss nun dringend auskuriert werden. So leid es ihm tut: "Die Gesundheit geht vor!" Schade, denn mit seinen Musikveranstaltungen hatte Ecki den Laden immer ganz gut voll gekriegt, ja beim Konzert von Al Deloner passierte es sogar, dass Fans aus Norwegen einflogen und bei ihm nächtigten. Die Geschichte von Eckis Karriere als "Ihwentmänädscher" verlief geradezu märchenhaft, binnen kurzem erwarb er sich als Veranstalter einen guten Ruf in der internationalen Folk-Szene. "Bald hatte ich jede Woche drei bis vier Anfragen von Bands. Und alle, die schon mal hier waren, wollten wiederkommen", freut er sich. Dabei fing's ganz bescheiden an: Vor anderthalb Jahren startete Ecki freitags mit Folk-Konzerten (das erste Konzert bestritt die saarländische Keltenfolk-Band "Myrddin"), für dienstags suchte er einen Boogie-Woogie-Pianisten. Rasch standen diverse lokale Bands, froh um eine Auftrittsgelegenheit, bei ihm Schlange, und es etablierte sich der "Tuesday Bluesday" mit Hutsammlung. Der eintrittspflichtige Freitag gehörte weiterhin "Eckis Folks", wo so bekannte Gruppen wie "Turquoise" oder "Wacholder" spielten; "Schnappsack" starteten gar ihre Deutschlandtournee bei Ecki. Alles vorbei - oder doch nicht? Ecki hat schon wieder Pläne: Wenn er seine Bypass-Operation gut überstanden hat, mietet er am 31. Oktober das E-Werk, um mit elf Bands ein kleines Festival steigen zu lassen - auf seiner Wunschliste steht unter anderem keine Geringere als Marianne Faithfull. Und falls diese Halloween-Folk-Party erfolgreich verläuft, macht Ecki eventuell woanders eine Musikkneipe auf. Am liebsten in Südfrankreich. Und all seine saarländischen Bands dürfen dort spielen. Letzte Konzerte im Holzhauser: Dienstag, 22. April, 20.30 Uhr: Maxie Lane, Rock zum Mitsingen (Hutsammlung). Freitag, 25. April, 21 Uhr: Myrddin, Celtic Folk (Eintritt). Mittwoch, 30. April (Hexennacht), 21 Uhr: Gazzoline, Rock bis zum Abwinken (Hutsammlung). Weitere Informationen und Tischreservierung: Telefon (0681) 398193, www.sportklause.de