Afrikanische Wildkatze stattet Gärten in Spiesen Besuch ab

Afrikanische Wildkatze stattet Gärten in Spiesen Besuch ab

. Da staunte Herbert Linnenbacher nicht schlecht.

Als er am Montag aus dem Fenster blickte, sah er in seinem Hof ein Tier. Katzenähnlich, aber für eine Katze zu groß. "Auch ein Luchs konnte es nicht sein, der Schwanz war zu lang, die Ohren sahen anders aus." Jedenfalls aber hat Linnenbacher nicht gezögert: Das Tier bekam die Reste vom Mittagshähnchen, der Hof wurde abgeriegelt, die Polizei informiert.

Mittlerweile hatte Linnenbacher herausgefunden: Das Tier war ein Serval, eine afrikanische Wildkatze, Schulterhöhe geschätzte 60 Zentimeter. Die Polizisten wussten nicht so recht, was tun, der Zoo wurde informiert. Tierpfleger Lothar Schmitt rückte an, die Fallen im Gepäck. Da hatte die schwarz-gefleckte Katze genug, sprang über den Zaun und ward nicht mehr gesehen.

Einen Tag später erhaschte die Nachbarin noch mal einen Blick drauf. Am Mittwoch dann kam die Nachricht an den Zoo: Das Tier ist zu seinem Besitzer zurückgekehrt. Wie Zoodirektor Norbert Fritsch der SZ gestern auf Anfrage mitteilte, war im Zoo nach Eingang der ersten Infos alles gerichtet worden für eine Unterkunft. "Im Storchengehege hinter der Zooschule, das momentan leer steht, hatten wir alles bereit gemacht", erklärt Fritsch. Drei Mal insgesamt sei Tierpfleger Lothar Schmitt draußen gewesen. Acht Tage sei das Tier umhergestreift. "Viele Leute haben angerufen, es gab einiges an Hin und Her und auch mal eine ganz heiße Phase", erinnert er sich. Gefahr, so glaubt er, habe für niemanden bestanden. "Der Mensch ist für den Serval keine Beute. Außerdem ist er Menschen gewohnt, das hat man gemerkt." Linnenbacher beteuert, er habe dem Tier lieber nicht näher kommen wollen. Laut Zoo gehört das Tier einem Falkner im Spieser Marienwäldchen.