1. Saarland

Streit in AfD: AfD streitet um ein Wahlplakat

Streit in AfD : AfD streitet um ein Wahlplakat

Hat ein Kreisvorsitzender sich geweigert, das Konterfei einer Migrantin aufzuhängen?

In der saarländischen AfD machen derzeit unschöne Vorwürfe die Runde.  Der St. Wendeler Kreisvorsitzende Edgar Huber, ein Gegenspieler von Parteichef Josef Dörr, soll sich im Landtagswahlkampf angeblich geweigert haben, die Plakate einer Kandidatin mit Migrationshintergrund aufzuhängen. Die gebürtige Iranerin Laleh Hadjimohamadvali hatte diesen Vorwurf in der vergangenen Woche in einem Facebook-Eintrag („Ich mag nicht mehr schweigen“) erhoben und ihn am Wochenende beim Landesparteitag wiederholt.

Vor den Delegierten bestätigte Gerd Schon, ein Dörr-Vertrauter und Mitarbeiter der Landtagsfraktion, den Vorwurf. Er schilderte eine Begegnung mit Huber, bei der dieser gesagt habe: „Was soll ich mit den Plakaten von der Ausländerin? So was hänge ich nicht auf.“ Das habe er wortwörtlich zu ihm und seiner Frau gesagt, so Schon.

Mehrere Delegierte forderten eine Aufklärung. Es gehe nicht, dass „eine Anschuldigung ohne jegliches Fleisch am Knochen der Presse zum Fraß vorgeschmissen wird, um wieder die unsägliche rechte Flanke aufzumachen“, sagte der Homburger AfD-Chef Daniel Schütte. „Ich hätte hier gerne ein Klärung, Josef, das können wir so nicht stehen lassen.“

Huber bestritt den Vorwurf auf Nachfrage unserer Zeitung vehement: Es sei damals darum gegangen, welche Plakate im Kreis St. Wendel aufgehängt werden. Er habe gefragt, warum er Plakate zum Erhalt der Kraftwerke aufhängen solle, obwohl es im St. Wendeler Raum gar keine Kraftwerke gebe. Und er habe gefragt, warum er Plakate von Kandidaten aus anderen Kreisverbänden aufhängen solle, die in St. Wendel unbekannt seien. Das habe er auch auf die Iranerin Laleh Hadjimohamadvali bezogen, die in Saarbrücken auf einem hinteren Listenplatz stand. Im Ostertal, so Huber, habe „noch nie jemand eine Perserin gesehen“. Diese Version bestätigte Dörrs Gegenkandidat Christian Wirth, der den Vorwurf als „fake news“ bezeichnete.

Der Vorwurf ließ sich beim Parteitag nicht abschließend aufklären. Vielleicht wird er ein Fall für die Justiz. Gerd Schon hat Edgar Huber jedenfalls bereits angeboten: „Er kann mich gerne anzeigen, ich gehe vor jedes Gericht.“