1. Saarland

Alternative für Deutschland: AfD steht vor turbulentem Parteitag

Alternative für Deutschland : AfD steht vor turbulentem Parteitag

Bei einem Landesparteitag der AfD am Wochenende in Völklingen will die innerparteiliche Opposition einen neuen Anlauf unternehmen, um den Landesvorsitzenden Josef Dörr loszuwerden. Die Kritiker des 78 Jahre alten Landeschefs wollen bei der Neuwahl des Vorstandes für jede Position einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, wie der Saarbrücker Rechtsanwalt Christian Wirth auf SZ-Anfrage ankündigte. Der 54-Jährige selbst will gegen Dörr kandidieren. Er hatte zuletzt bei der Aufstellung des Spitzenkandidaten der AfD Saar für die Bundestagswahl gegen Dörrs Sohn Michel verloren; diese Versammlung muss wegen eines Formfehlers allerdings wiederholt werden. Wirth sagte, er stehe für „innerparteiliche Meinungsfreiheit“ und einen „neuen Stil“ im Landesverband. Die Gruppe um Wirth will zudem eine Aussprache über das Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl erzwingen. Mit 6,2 Prozent war die Partei weit hinter dem einst von Dörr formulierten Ziel von 20 Prozent zurückgeblieben.

Nach Angaben des Landtagsabgeordneten und Dörr-Verbündeten Rudolf Müller wird neben dem Landesvorsitzenden auch dessen Stellvertreter Lutz Hecker erneut antreten. Hecker wollte dies auf Anfrage zunächst nicht bestätigen. Für die umfangreiche Tagesordnung des Parteitags wurden sicherheitshalber zwei Tage angesetzt.

Unter den rund 80 Delegierten kann Dörr normalerweise auf eine sichere Mehrheit zählen, wie die vergangenen Parteitage gezeigt haben. Allerdings haben in letzter Zeit mehrere seiner Unterstützer das Lager gewechselt. Dörr selbst hatte sich vor wenigen Tagen in einem Brief an die Parteimitglieder über die „Vielzahl unserer äußeren und (leider auch) inneren Feinde“ beklagt. „Aber wir lassen uns, wie in der Vergangenheit, von nichts und von niemandem beirren und aufhalten“, ergänzte er in dem Brief.